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Chancen und Risiken der Migration

Leitung und Durchführung: Dr. Georg Kormann

 

Eine qualitative Studie zu Migration und Resilienz

Die Identitätsentwicklung von jugendlichen MigrantInnen vollzieht sich in einem engen Verhältnis zur Frage der Zugehörigkeit.


Dieses Erleben der Zugehörigkeit findet ihren Niederschlag im subjektiven Erleben und im eigenen Selbstverständnis. Konkret bedeutet das für einen großen Teil der Migrantenjugendlichen, dass sie sich einerseits zu zwei verschiedenen Kulturen zugehörig fühlen und entsprechend selbst definieren, ihnen aber andererseits die Zugehörigkeit zur Mehrheitskultur teilweise verwehrt wird.


Für die Schule geht es um die Frage, wie Kinder und Jugendliche ihre Migrationserfahrungen verarbeiten und in ihre Identifikationen einbauen. Es gehört zur Normalität von migrationserfahrenen Mädchen und Jungen der zweiten und dritten Generation, mit zwei Kulturen zu leben. Sprachen, Geschichten, Traditionen verschiedener Kulturen und in verschiedenen Ausprägungen gehören zu ihrem Leben und sie fühlen sich verschiedenen Orten verbunden. Migrationserfahrungen können so als Kompetenz und als persönliche Ressource verstanden werden.
In der qualitativen Resilienz-Studie werden Interviews mit jungen Erwachsenen aus Vietnam durchgeführt, die vor ca. 25 Jahren als „Boat People“ unter besonders schwierigen Bedingungen als unbegleitete Minderjährige in einem Sammellager ankamen und Aufnahme in einem Kinderdorf in Deutschland gefunden haben.
Die Durchführung der Studie wird unterstützt durch den Verein Kinder- und Jugenddorf Klinge e. V.



Literatur:
Auernheimer, G. (Hrsg.) (2001). Migration als Herausforderung für pädagogische Institutionen. Opladen: Leske+Budrich.


Kormann, G. & Saur,B. (1997). Mit Verletzungen leben. Zur psychischen Situation von Asylbewerbern. In Becker, G.E., Hartmann-Kurz, C. & Nagel, U. Schule für alle. Die Asylpolitik und ihre Auswirkungen auf Kinder von Asylbewerbern. (S. 96 - 119). Weinheim: Beltz


Kormann, G. (2006). Ehemalige im Kinderdorf. Die innerseelische Situation und die Entwicklung der Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen in einer Einrichtung der stationären Jugendhilfe. München: Martin Meidenbauer.



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