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„Integration durch Bildung an der Sekundarstufe II“

Unter dem Titel „Integration durch Bildung an der Sekundarstufe II“ baut die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd seit dem Schuljahr 2008/09 auf das außerordentlich erfolgreiche Mercator-Projekt (gestartet 2005) auf.


Die teilnehmenden Berufsschulen sind:

  • Gewerbliche Berufsschule Schwäbisch Gmünd (OSD Barreith)
  • Kaufmännische Berufsschule Schwäbisch Gmünd (OSD Stephan/ SD Schuller)
  • Grafenbergschule Schorndorf (OSD Weißert, SD’in Hildt)
  • Justus-von-Liebig-Schule Aalen (SD’in Hänle, SD’in Feilhauer †)
  • Kaufmännische Berufsschule Aalen (SD Jänisch)
  • Johannes-Landenberger-Schule am BAW Waiblingen (Hr. Bär)
  • Technische Schule Heidenheim (OSD Ramsayer)


Das Projekt „Integration durch Bildung an der Sekundarstufe II“ wird geleitet von Frau Prof. Dr. Maria E. Brunner (Institut für Sprache und Literatur) und Herrn Prof. Dr. Uwe Faßhauer (Institut für Bildung, Beruf und Technik, IBBT), der die Kontakte zu den Berufsschulen herstellte. Die Stiftung Mercator stellt für das zweite Gmünder PH-Projekt 90.000 € zur Verfügung. Diese Mittel sind ausschließlich für die Honorare der Förderlehrer einzusetzen. Die Stelle der Projektkoordinatorin wird von der Pädagogischen Hochschule finanziert.


In diesem Projekt arbeiteten bislang 35 Studierende als Förderlehrer/innen, die mehr als 160 Schüler/innen an fünf berufliche Schulen unterrichteten. Die Gruppengröße beträgt durchschnittlich 4 Jugendliche, die zusätzlich zum regulären Unterricht eine Doppelstunde Förderunterricht besuchen.


Neu in unserem Projekt sind seit diesem Schuljahr 2010/11 die Technische Schule Heidenheim und die Johannes-Landenberger Schule in Gmünd.


Um in diesem Projekt zu arbeiten, verpflichten sich die Studierenden für ein gesamtes Schuljahr Förderunterricht zu halten. Die Förderlehrer/innen werden an der PH Schwäbisch Gmünd aus dem Studiengang Ingenieurpädagogik (Master und Bachelor) und aus allen Fachdidaktiken für das Lehramt an der Sekundarstufe I angeworben.

 

Anzahl der Förderlehrer

 

Der Förderunterricht ist ausgelegt für die Schüler/innen des BVJ/BEJ und der zweijährigen Berufsfachschule.


Ziel des Förderunterrichts an Berufsschulen ist, die ohnehin spracharmen Schülerinnen und Schüler in der mündlichen als auch schriftlichen Ausdrucksfähigkeit zu stärken sowie das Textverständnis stärker zu entwickeln. Das gilt auch für das Fach Mathematik und deren Fachsprache. Es ist wichtig genau zu unterscheiden, dass die Schüler/innen nicht nur das Problem des inhaltlichen Nicht-Verstehens haben, sondern zusätzlich mit der jeweiligen Fachsprache und deren Komplexität kämpfen. Die Heterogenität der Schülerschaft zeigt sich nicht nur in den unterschiedlichen Muttersprachen, sondern auch in den einzelnen Bildungsbiographien: So nehmen sowohl Jugendliche am Förderunterricht teil, die das deutsche Bildungswesen von der Elementar- bis zur Sekundarstufe I durchlaufen haben, als auch sog. Quereinsteiger, die erst seit zwei oder drei Jahren in Deutschland sind. Daraus folgt, dass die sprachlichen Differenzen teilweise extrem sind und dennoch jede/r einzelne Schüler/in angemessen gefördert werden soll.


Markus Kohr, studentischer Förderlehrer an der Gewerblichen Schule Gmünd, sieht den Nutzen seines Einsatzes für seine spätere Tätigkeit: „Als zukünftiger Berufsschullehrer habe ich sprachlich sehr heterogene Klassen. Durch den Förderunterricht erkenne ich, welche Schwierigkeiten diese Schüler, z. B. in der Fachsprache, bewältigen müssen.“ Laviniu Fleischer und Darko Juric sind Lehramtsstudierende und kennen selbst den steinigen Weg des Zweitspracherwerbs; daher legen sie bei ihrer Unterrichtsplanung für den Förderunterricht den Schwerpunkt auf die Sprachförderung, auch wenn es um Fächer wie Technologie oder Fachrechnen geht.



Interkulturelle Kompetenz


Die Voraussetzung für interkulturelle Kompetenz setzt eine kognitive und emotionale Offenheit der Lehrerin/ des Lehrers voraus, wobei diese/r bereit sein muss, die eigenen Maßstäbe und auch Vorurteile zu reflektieren, als auch eigene Selbst- und Fremdbilder zu durchdenken. Die angehenden Lehrer/innen in diesem Projekt werden in jeder Förderstunde erneut gefordert, das eigene Verhalten zu bedenken und auf die kulturelle Andersartigkeit der Schüler/innen zu reagieren.


Die Beweggründe für das Engagement der einzelnen Förderlehrer sind sehr unterschiedlich. Edith Öchsner, die Ingenieur-Pädagogik studiert: „Mich motiviert die Tatsache, dass Schüler freiwillig zu mir in den Unterricht kommen und mich meist auch am Ende des regulären Unterrichts um weitere Aufgaben bitten.“ Sylvia Ulrich will „ihren“ Schülerinnen und Schülern Chancen aufzeigen: „Wichtig ist mir, meinen Schülern zu zeigen, welche Chancen die Zwei- und Mehrsprachigkeit mit sich bringt. Es geht darum, Migration als Chance zu begreifen und nicht als Risikofaktor.“



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