Ansprechpartner: Eszter Monigl und Prof. Dr. Michael Behr
Emotionale Fähigkeiten haben eine fundamentale Bedeutung bei Aufbau und Organisation des Selbsts und beeinflussen somit vielschichtig die Entwicklung des Kindes. Neueste Studien bestätigen, dass sie neben der sozialen Interaktion auch für die Effektivität von Lern- und Bildungsprozessen eine wichtige Rolle spielen. Diejenige Fähigkeiten, Erkenntnisse und Verhaltensweisen, die in emotionsauslösenden sozialen Transaktionen eine selbstwirksame Handlung ermöglichen, werden nach Saarni unter emotionaler Kompetenz zusammengefasst. Eine differenzierte Erfassung der emotionalen Kompetenz bei Kindern und Jugendlichen ist jedoch im deutschsprachigen Raum derzeit nur mit großem Aufwand, anhand mehrerer Testverfahren, möglich.
Ziel dieses Forschungsprojektes ist deshalb die Entwicklung eines mehrdimensionalen emotionalen Kompetenztests für Kinder und Jugendliche, der sowohl für diagnostische und therapeutische Anwendung als auch für die Evaluation von Fördermaßnahmen einsetzbar ist. Das Konstrukt der emotionalen Kompetenz wird dabei in Anlehnung an die Konzepte von Rose-Krasnor und Saarni definiert und mittels vier Subkonstrukten operationalisiert: Umgang mit eigenen Emotionen, Umgang mit Emotionen anderer, Emotionswissen und Emotionsmotiv. Um eine möglichst hohe Validität der Testbatterie zu erreichen wird neben den primären Emotionen (z. B. Freude, Angst oder Ärger) auch die emotionale Kompetenz im Bezug auf einige sekundäre Emotionen (z. B. Stolz oder Neid) geprüft. Darüber hinaus werden die Subkonstrukte sowohl als Selbstauskunftsskalen als auch in Form von objektiven Aufgaben operationalisiert. Der Test soll für Kinder und Jugendliche ab 9 Jahren als Einzel- oder Gruppenverfahren anwendbar sein. Für die Evaluationsuntersuchungen sind insgesamt zwei Erhebungswellen geplant.
Derzeit werden die Daten für die Itemanalyse ausgewertet.
Das Projekt wird seit 2006 aus Mitteln des Forschungsfonds der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd finanziert. Erste Projektergebnisse wurden an 7th World Conference for Person-Centered and Experiential Psychotherapy and Counseling (PCE 2006) in Potsdam und auf dem 45. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) 2006 in Nürnberg vorgestellt.