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DIES ACADEMICUS an der PH Schwäbisch Gmünd

Interkulturalität und Internationalität standen im Mittelpunkt des diesjährigen Dies Academicus an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, der zugleich den feierlichen Auftakt in das neue Studienjahr darstellt. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur, von befreundeten Hochschulen und natürlich aus der PH Schwäbisch Gmünd selbst hörten in einer Matinee die Antrittsvorlesungen von Prof. Dr. Nazli Hodaie und Juniorprof. Dr. Miriam Stock. In der Festveranstaltung am Nachmittag sprach die Bildungsexpertin Dr. Tove Heidemann vom University College South Denmark über die Internationalisierung in der Lehrerbildung.


Foto 1: Festrednerin Dr. Tove Heidemann

Foto 2: Rektorin Prof. Dr. Astrid Beckmann (links) mit der Festrednerin Dr. Tove Heidemann und Auslandsamtsleiterin Dr. Monika Becker

In ihrer Begrüßung hob Rektorin Prof. Dr. Astrid Beckmann die Schlüsselrolle der PH Schwäbisch Gmünd für die Zukunft Baden-Württembergs hervor und begründete dies über das gesellschaftlich hoch relevante wissenschaftliche  Profil der PH –Bildung, Gesundheitsförderung und Interkulturalität – sowie als lehrerbildende Hochschule außerhalb der Ballungsgebiete. „Die PH Schwäbisch Gmünd hat hier Verantwortung übernommen und fährt angesichts des Lehrermangels im ländlichen Raum hohe und sogar sehr hohe Studienanfängerzahlen im Lehramt“, sagte Beckmann und dankte den Kolleginnen und Kollegen für den großen persönlichen Einsatz zur Bewältigung des erfreulichen, aber großen Andrangs. Gleichzeitig ging sie auf die bemerkenswerten wissenschaftlichen Leistungen an der PH Schwäbisch Gmünd ein, wie die großen Drittmittelerfolge in Forschung und Lehre und erneut einige Preise. Als Beispiele nannte sie das Telekomprojekt ProMediaPrimar zur Entwicklung professioneller medienpädagogischer Kompetenzen zur Gestaltung von digital unterstützten Lernumgebungen in der Lehrerbildung, die Einwerbung von 100 neuen Studienanfängerplätzen in neuen Studiengängen mit Start in 2016/2017, wie z.B. Pflegewissenschaft oder Germanistik und Multilingualität und die zusätzliche Erweiterung des berufsbegleitenden Studienangebots. Besonderes Lob erhielt der Preis im Landeswettbewerb „Qualitätssicherung Promotion“, den die PH Schwäbisch Gmünd als einzige PH neben 4 „Exzellenz-Universitäten“ erhielt.  

Die beiden Antrittsvorlesungen der Professorinnen standen ganz im Themenfeld des wissenschaftlichen Schwerpunkts Interkulturalität/Migrationsforschung bzw. Cutural Studies, und Mehrsprachigkeit. Juniorprofessorin Miriam Stock sprach über die fließenden Grenzen zwischen Orient und Okzident. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich auch mit dem Umstand, dass Orient und Okzident keine abgetrennten Regionen, sondern alltägliche und ineinander verwobene Referenzen in Europa, dem Nahen Osten oder Nordafrika sind. Dies zeigte sie für unterschiedliche Schauplätze jenseits von konfliktbeladenen Auseinandersetzungen auf.  

Professorin Nazli Hodaie beleuchtete Hintergründe der Mehrsprachigkeit in der Literatur und dem Literaturunterricht. Anhand mehrerer Literaturbeispiele zeigte sie auf, dass die „Fremdsprache“ in mehrsprachiger Literatur häufig eine untergeordnete Rolle einnimmt, ihre Fehlerhaftigkeit betont wird oder ihre Fremdheit als bedrohlich dargestellt wird. Frau Hodaie zeigte auf, dass dieses Gefälle zunächst wahrgenommen werden muss, um echte, gleichberechtigte Heterogenität in der Literatur und im Literaturunterricht zu erreichen.  

Den nachmittäglichen Festvortrag hielt  die dänische Bildungsexpertin Dr. Tove Heidemann über Chancen und Herausforderungen in der Internationalisierung der Lehrerbildung. Sie wies darauf hin, dass eine von Diversität geprägte Gesellschaft nur funktionieren kann, wenn Lehrer und Lehrerinnen einerseits während der Ausbildung selbst interkulturelle Erfahrung machen und andererseits diese Erfahrungen bei ihren Schülerinnen und Schülern fördern. Eine hochklassige Musikmischung mit Stücken für Klavier und Violine, gespielt von den PH-Musik-Dozenten Walter Töws und Johannes Wittmann, bereicherte das Programm.  

Empfänge am Mittag und Nachmittag boten den Rahmen für angeregte Gespräche über das Gehörte und der „Marktplatz der Forschung“, eine Ausstellung aktueller Forschungsprojekte, präsentierte den Gästen die wissenschaftliche Vielfalt der PH Schwäbisch Gmünd.