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Lehrkräfte und Studierende als Agenten des digitalen Wandels

Wie kann Digitalisierung im Bildungsbereich aussehen? Das diskutierten rund 60 Expertinnen und Experten aus Bildung und Wirtschaft auf dem 3. Fachtag Technische Bildung Baden-Württemberg an der PH Schwäbisch Gmünd. Im Zentrum standen die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Technische Bildung in Schule und Hochschule und mögliche Lösungen. Dabei arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Beispielen in verschiedenen Lernstationen zur Digitalisierung.


Bei Vorträgen, Workshops und anhand verschiedener Lernstationen setzten sich die Teilnehmer/innen des Fachtags mit dem Thema Digitalisierung auseinander.

Bei Vorträgen, Workshops und anhand verschiedener Lernstationen setzten sich die Teilnehmer/innen des Fachtags mit dem Thema Digitalisierung auseinander.

Dass die Digitalisierung weder vor Hochschule, Schule noch Arbeitswelt Halt mache, betonte Rektorin Prof. Dr. Claudia Vorst in ihrem Grußwort. Die Wirtschaft erwarte informatische Kompetenzen der Schulabgänger/innen, während Schulen oftmals technisch nur unzureichend ausgestattet seien. Hinzu komme, dass Lehrkräfte noch nicht hinreichend qualifiziert und Lehramtsstudierende die am wenigsten digitalaffine Gruppe an den Hochschulen seien. Das Verdienst von Fachtagen wie diesen der Technischen Bildung sei darum umso größer: Sie deklinieren einerseits die Auswirkungen der Digitalisierung auf die allgemeine und berufliche Bildung theoretisch und diskutieren andererseits praxisnah innovative Konzepte mit dem Ziel „auch Lehrkräfte und Studierende zu echten Agenten des digitalen Wandels zu machen“, so Vorst.

Auch Prof. Dr. Lars Windelband, Veranstalter des Fachtages, warb dafür, die Digitalisierung als Chance zu nutzen, die allgemeine und berufliche Bildung weiterzuentwickeln. Von besonderer Bedeutung sei die didaktische Kompetenz der Lehrenden, Potenziale digitalisierter Medien sinnvoll zu nutzen. Zudem sollten die durch Vernetzung und Digitalisierung hervorgebrachten Veränderungen in der Arbeitswelt zum Gegenstand von Lernprozessen aller Bildungsgänge werden. Tiefere Einblicke, wie sich die Digitalisierung auf die Hochschulausbildung auswirkt oder wie sie in die Allgemeinbildung integriert werden kann, gaben die Workshops des Fachtags.

Zehn Jahre Master Ingenieurpädagogik und Digitalisierung zum Anfassen

Neu beim Fachtag waren die Lernstationen zum Testen von Aufgabenstellungen zur Digitalisierung. Hier konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konkrete Beispiele für den Unterricht ausprobieren und Anregungen für den eigenen Alltag mitnehmen. Die Lernstationen kamen so gut an, dass sie am 4. Fachtag, voraussichtlich im Frühjahr 2020, erneut angeboten werden sollen.

Einen runden Geburtstag konnten die Verantwortlichen des Studiengangs M.Sc. Ingenieurpädagogik feiern, der auch den Zugang zum Vorbereitungsdienst für das Lehramt an beruflichen Schulen bietet. Studiengangsleiter Prof. Dr. Uwe Faßhauer zog anlässlich des zehnjährigen Bestehens insgesamt ein positives Resümee, zeigte aber auch Probleme auf. So konnte sich der Studiengang neue Zielgruppen, z.B. Studierende aus nicht-akademischen Elternhäusern, erschließen. Auch Studierende, die bereits eine Berufsausbildung absolviert haben, entscheiden sich für die Ingenieurpädagogik. Da aber die Bachelorabsolvent/innen auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind, absolvieren nur wenige von ihnen den Masterstudiengang und stehen so nicht dem Schuldienst zur Verfügung. Ein Dilemma, vor allem im Hinblick auf den Lehrermangel in Baden-Württemberg in den gewerblich-technischen Fachrichtungen. Als Perspektiven nannte Faßhauer u.a. die Entwicklung einer „Didaktik 4.0“ mit regionalen Lernfabriken sowie die Digitalisierung als Gegenstand in der Ingenieurpädagogik weiter voranzubringen – damit es zukünftig mehr Lehrkräfte für Fragestellungen der Digitalisierung gibt.

 


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