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Von leidenschaftlich diskutierenden Studierenden und einer abenteuerlichen Zugfahrt

Prof. Dr. Lutz Kasper zu Gast in Kasachstan

Der hier servierten Stutenmilch – eine traditionelle kasachische Köstlichkeit – wird großes Gesundheitspotenzial nachgesagt.

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen, lautet ein Sprichwort. Viel zu erzählen hat auch Prof. Dr. Lutz Kasper, der vier Wochen als Gastprofessor an der Taraz State Pedagogical University auf Einladung des kasachischen Bildungsministeriums verbrachte. An der Partnerhochschule der PH, von der seit mehreren Jahren regelmäßig Studierende für ein Auslandssemester nach Schwäbisch Gmünd kommen, bot Kasper englischsprachige Lehrveranstaltungen in Physik bzw. Physikdidaktik an. Vor Ort lernte er natürlich nicht nur die Hochschule, sondern auch Land und Leute sowie die ein oder andere ungewöhnliche kulinarische Spezialität kennen.

Dass Prof. Kasper seine Gastprofessur überhaupt rechtzeitig antreten konnte, hatte er auch seiner Sportlichkeit zu verdanken, denn schon die Anreise barg einige Überraschungen. Um vom Flughafen zur Hochschule in Südkasachstan zu gelangen, ist eine etwa zehnstündige Zugfahrt vonnöten. Dabei halten die Züge rund alle zwei Stunden und legen eine 20 bis 30-minütige Pause ein – eine willkommene Gelegenheit für die Reisenden den Zug zu verlassen und sich bei den fliegenden Händlern an der Station mit Getränken und Essen zu versorgen. „An einer der Stationen habe ich mich schließlich auch hinausgewagt“, schildert Kasper, „doch plötzlich setzt sich der Zug ohne Ansage in Bewegung, und wollte ich nicht in der Steppe verenden, musste ich auf den fahrenden Zug aufspringen.“ Wie er später erfuhr, sollte mit der kürzeren Unterbrechung eine 15-minütige Verspätung eingeholt werden.

Russisch, Kasachisch oder doch Englisch?

In den Lehrveranstaltungen erwarteten den Gastdozenten anfangs ein Sprachenmischmasch aus Kasachisch, Russisch und dem angestrebten Englisch – das Land bemüht sich um durchgängige Dreisprachigkeit – aber auch aufgeschlossene Studierende. „Die Veranstaltungen sind etwas verschulter als hierzulande, aber sobald sich die Studierenden für ein Thema interessieren, diskutieren sie leidenschaftlich“, erzählt Kasper. Ein weiterer Unterschied sei zudem die Lehrkräfteausbildung in nur einem Fach. Nach dem vierjährigen Bachelor folge ein zweijähriger Master.

Beeindruckt zeigte sich Kasper auch von der Gastfreundschaft der Kasachen sowie von der kulturellen, ethnischen und religiösen Vielfalt. Auch kulinarisch bot das zentralasiatische Land neue Erfahrungen: So kam Kasper bei einem offiziellen Treffen mit dem Rektor in den Genuss von „Kumys“ – einer vergorenen, leicht alkoholischen Stutenmilch und zugleich traditionelle kasachische Köstlichkeit, der großes Gesundheitspotenzial nachgesagt wird.

„Diese vier Wochen stellen nicht nur einen Gewinn für die Entwicklung der Internationalisierung beider Hochschulen dar, sondern bilden für mich auch eine wertvolle persönliche Erfahrung“, resümiert Kasper seinen Aufenthalt in Kasachstan.