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Die Zukunft des Lernens gestalten

„Ein Held ist ein Mensch, der hinfällt, die Gründe seines Absturzes reflektiert, wieder aufsteht und einen neuen Versuch wagt. Die Zukunft des Lernens in der Schule braucht mehr Helden unter Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften. Dies gilt besonders für das Lernen mit digitalen Medien.“ Mit diesen Worten ermunterte Micha Pallesche, Schulleiter der Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe, auf der Tagung FluxDays19 (Future Learning User Experiences Days) der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd Lehrkräfte, mutiger zu werden und den Blick in die Zukunft des Lernens zu wagen. Pallesche berichtete dabei aus erster Hand, denn die Karlsruher Gemeinschaftsschule gilt als leuchtendes Beispiel dafür, wie sich Unterricht mit digitalen Medien umsetzen lässt – zur Not auch in alten Klassenzimmern.

Zentrales Element der FluxDays: der Austausch über Erfahrungen mit Lernkonzepten für die Zukunft (Bilder: Anna Biermann/ZfM)

Zentrales Element der FluxDays: der Austausch über Erfahrungen mit Lernkonzepten für die Zukunft (Bilder: Anna Biermann/ZfM)

Lernerfahrungen im Cyberspace: Spielerei oder Bestandteil eines modernen Unterrichts?

Lernerfahrungen im Cyberspace: Spielerei oder Bestandteil eines modernen Unterrichts?

Die Zukunft des Lernens braucht neue Räume: Das ME.Lab der PH Gmünd.

Die Zukunft des Lernens braucht neue Räume: Das ME.Lab der PH Gmünd.

Umgekehrt könne auch in funkelnagelneuen Räumen ohne zeitgemäße Konzepte und gut qualifiziertes Lehrpersonal Unterricht der alten Schule stattfinden, warnte Uta Hauck-Thum. Die Münchner Professorin, die auf der Tagung ebenfalls Einblick in ihre Erfahrungen und Forschung gab, analysiert Gelingensbedingungen von ambitionierten Schul- und Medienkonzepten. Wie Pallesche brachte sie eine Fülle von innovativen Anregungen mit.

Aktuelle Entwicklungen zum Lernen mit mobilen Medien in der Grundschule und in weiterführenden Schulen waren das Thema der FluxDays19 an der PH, die wissenschaftliche Vorträge mit praktischen Übungen verbanden. „Flux steht für Future Learning User Experiences. Das Konzept der Tagung war es, die treibenden Kräfte aus Deutschland an der PH Gmünd zu versammeln. Hier berichteten sie aus ihren Werkstätten und eröffneten den Besucherinnen und Besuchern – den Usern – darüber hinaus die Möglichkeit, eigene Lernerfahrungen mit Zukunftstechnologien (Future Learning Experiences) zu machen und Lösungen für Probleme zu diskutieren“, erläutert Maja Schneider, Geschäftsführerin des Zentrums für Medienbildung (ZfM) der PH, das die Veranstaltung organisierte. So erprobten die Teilnehmenden beispielsweise das Lernen mit VR-Brillen, entwickelten Computerroutinen für die Lösung von Alltagsproblemen, produzierten digitale Erklärfilme oder konstruierten gemeinsam in einem Escape Room einen digital unterstützten Fluchtplan.

„Eine zukunftsweisende Schule entwickeln“

„Digitale Bildung muss mehr sein als alter Wein in neuen Schläuchen. Wir benötigen unbedingt Schulen und Lehrkräfte, die sich auf die Veränderungen unserer Zeit einlassen und eine zukunftsweisende Schule entwickeln, die nicht jedem Trend hinterherhechelt, sondern am Puls der Zeit technologische und kulturelle Entwicklungen mit Schülerinnen und Schülern reflektiert, erprobt und analysiert“, erklärt Prof. Thomas Irion, Leiter des Zentrums für Medienbildung.

Anlass der Tagung war die Präsentation der Ergebnisse des Grundschulprojektes ProMedia Primar 3P, das von der Deutschen Telekom Stiftung gefördert wird. An der Hardtschule, der Klösterleschule und der Grundschule Mutlangen wurden über drei Jahre neue Lernkonzepte für Deutsch, Englisch, Kunst und Sachunterricht erprobt. Beteiligt waren Professorinnen, Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter/innen der PH. Unterstützt wurden sie von Kooperationspartnern wie der städtischen Wissenswerkstatt „Eule“ und der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd. Sogar zwei Projekte zum Programmieren in der Grundschule wurden in den Grundschulen realisiert.

Adressaten der Tagung waren neben Lehrkräften, Forscherinnen und Forschern aus ganz Deutschland auch Schulverwaltungsangehörige und kommunale Entscheidungsträger. Sie entwickelten unter anderem im neuen ME.Lab (Media Education Laboratory) der PH eine Vorstellung darüber, wie künftig in Schulen gelernt werden kann. „Der riesige Diskussionsbedarf zeigt, dass wir eine Nachfolgeveranstaltung an der PH brauchen. Nach den FluxDays19 ist vor den FluxDays20“, ermunterte Rektorin Prof. Claudia Vorst das Zentrum für Medienbildung.

Info:
Weitere Informationen zum Projekt:
https://zentrum-fuer-medienbildung.de/tag/promedia-primar-3p/