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Pädagogische Hochschulen fordern zukunftssichere Finanz- und Personalausstattung

Bildung ist die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben, für berufliche Qualifikation und für gesellschaftliche Partizipation. Sie ist ein grundlegendes Menschenrecht, das mit der Geburt beginnt und ein ganzes Leben lang besteht. Zugleich ist sie die entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung der Wissensgesellschaft. Grundlegende und angewandte bildungswissenschaftliche Forschung, die wissenschaftliche Ausbildung von Fachleuten für die Gestaltung von Bildungsprozessen und die Entwicklung von Bildungsinnovationen sind die Kernaufgaben der Pädagogischen Hochschulen, über die Baden-Württemberg als einziges Bundesland verfügt.

Damit sie ihre Kernaufgaben auch in Zukunft auf hohem Qualitätsniveau erfüllen und an neue Erfordernisse anpassen können, braucht es eine dauerhaft verlässliche Finanzierung sowie – mit Blick auf die Zukunftsaufgaben bildungswissenschaftlicher Hochschulen – eine Anpassung künftiger Ressourcen. Die Landesrektorenkonferenz der Pädagogischen Hochschulen fordert das Land Baden-Württemberg daher auf, die anhaltenden strukturellen Defizite im Rahmen des Hochschulfinanzierungsvertrages II abzubauen und insbesondere eine zukunftssichere Grundfinanzierung sicherzustellen.

„Das Aufgabenspektrum der Pädagogischen Hochschulen hat sich in den letzten Jahren stark erweitert“, erklärt Professor Dr. Hans-Werner Huneke, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz der Pädagogischen Hochschulen (LRK-PH) und Rektor der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Nicht weiterentwickelt haben sich hingegen die finanziellen wie personellen Ressourcen dieser bildungswissenschaftlichen Hochschulen: „Um weiterhin innovativ auf wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen eingehen zu können, brauchen wir eine angemessene Ausstattung, die eine verlässliche Planung erlaubt“, so der Vorsitzende.

Für die LRK-PH zählt hierzu unter anderem eine Verstetigung sowie eine dynamische Anpassung der Finanzierung für die in den letzten Jahren zusätzlich geschaffenen Studienplätze, um Dauerstellen in der Lehre schaffen zu können. Um Promovierende für eine bildungswissenschaftliche Laufbahn zu begeistern, braucht es laut der LRK-PH zudem entsprechende Anreizsysteme wie etwa zusätzliche Tenure Track Professuren. Nachholbedarf sehen die Rektorate der Pädagogischen Hochschulen überdies in den wissenschaftsstützenden Services wie etwa die Personal- bzw. Drittmittelverwaltung oder den Rechenzentren: „Ohne zusätzliche Mittel laufen wir Gefahr, als Arbeitgeber unattraktiv zu werden, was unabsehbare Konsequenzen auch für die Forschung und Lehre mit sich bringen würde“, sagt Huneke abschließend.

Die detaillierten Forderungen der Pädagogischen Hochschulen finden Sie unter www.ph-bw.de.

Hintergrund

Die Pädagogischen Hochschulen in Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd und Weingarten sind auf Bildungswissenschaften spezialisierte Hochschulen universitären Profils mit Promotions- und Habilitationsrecht. Das macht sie bundesweit einzigartig. Ihr Studienangebot umfasst die gesamte Breite der Bildungsberufe, wobei der Schwerpunkt auf der Lehrerbildung liegt. Ihre Forschungsvorhaben lassen sich im Spektrum zwischen bildungswissenschaftlicher Grundlagenforschung und der anwendungsorientierten Entwicklung von Bildungsinnovationen verorten. Alle Pädagogischen Hochschulen pflegen sowohl in der Forschung als auch in der Lehre intensive Kontakte zu zahlreichen Partnerhochschulen in der ganzen Welt; dazu kommen außeruniversitäre Partner im In- und Ausland, um das an den Hochschulen vorhandene Wissen auch für außerschulische Bereiche nutzbar zu machen. Wissenschaftlich fundierte Weiterbildungsangebote runden das Profil der Pädagogischen Hochschulen ab.