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Globales Lernen. Bildung unter dem Leitbild weltweiter Gerechtigkeit

Ein Buch zu diesem Thema ist jetzt im Matthias Grünewald Verlag neu erschienen. Mitgewirkt haben 21 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, die sich – angesichts der gegenwärtigen Diskussionen um Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Migration – mit der hochaktuellen Thematik auseinandersetzen.

Der Klimawandel ist Realität. Seine negativen Auswirkungen betreffen ohnehin schon Benachteiligte besonders hart. Heutige Entscheidungen beeinflussen das künftige Klima. Von diesen Entscheidungen sind die Lebenschancen nachfolgender Generationen abhängig. Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit stehen dabei in einem wechselseitigen Zusammenhang. Eine wirksame Begrenzung der globalen Erwärmung erfordert schnelle, weitreichende und beispiellose Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft. Das sind keine Behauptungen radikaler Ideologen, die den Klimawandel nutzen wollen, um das politische System unserer Gesellschaft in ihrem Sinn umzubauen. Das sind evidenzbasierte wissenschaftliche Erkenntnisse, die der Weltklimarat auf der Grundlage von hunderten von Studien im Herbst 2018 veröffentlichte

Doch in welcher Form soll Bildung auf die aktuellen globalen Verhältnisse eingehen? „Globales Lernen“ wird vielfach als pädagogische Antwort auf Globalisierungsprozesse bezeichnet. Dabei wird Globales Lernen nicht als pädagogische Methode verstanden, wie Kinder und Jugendliche Kompetenzen erlangen können, die sie befähigen, in einer globalisierten Welt möglichst erfolgreich zu agieren und Karriere zu machen. Das pädagogische Konzept Globalen Lernens ist nicht wertfrei, sondern „zielt darauf ab, Lernenden Kompetenzen zu vermitteln für das Leben in der Weltgesellschaft und für die Gestaltung der Zukunft im Sinne der Leitbilder Nachhaltigkeit und weltweiter Gerechtigkeit“ (Barbara Asbrand). In sachlicher Perspektive definiert sich dieses Konzept über seine Themenbereiche Entwicklung, Umwelt, Migration und Frieden.

„Globalem Lernen“ geht es damit nicht nur um Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung, sondern untrennbar damit verbunden auch um Menschenrechte, globale soziale Gerechtigkeit und Friedensbildung: eine Herausforderung für unsere gesamte Gesellschaft, vor allem aber für den Bildungsauftrag unserer Schulen. Deshalb thematisiert und diskutiert der vorliegende Band ein breites Spektrum drängender Zukunftsfragen: Wie lässt sich globale Solidarität ethisch begründen? Welche Kompetenzen sollte globales Lernen fördern? Wie wird globales Lernen konkret? Was können Schulfächer dazu beitragen? Was jede und jeder Einzelne? Wo ist die Politik gefordert?

Die Publikation entstand in interdisziplinärer Kooperation. Sie enthält Beiträge aus den Perspektiven von Philosophie, Allgemeiner Pädagogik, Politikwissenschaft, Soziologie, Ökonomie, Geographie, Biologie, Ernährungswissenschaft, Textiltechnologie und -didaktik, Kulturastronomie, Medienbildung, Interkulturalität, Genderforschung, inter- und transdisziplinären Methoden der Wissensintegration, Kunst und Theologie.

Autorinnen und Autoren sind Armin Baur, Andreas Benk, Axel M. Blessing, Susanne Hartleb, Stefan Immerfall, Lutz Kasper, Karl von Koerber, Jana Krüger, Margarete Menz, Marc Milling, Stanislaus Müller-Härlin, Marlen Niederberger, Renán A. Oliva Guzmán, Martina Ordnung, Jörg Ostertag, Daniel Hugo Rellstab, Klaus Ripper, Helmar Schöne, Dejan Simonović, Franz Josef Wetz und Egbert Witte. Alle sind Lehrende der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Herausgegeben wurde der Band von Andreas Benk.

Andreas Benk (Hg.): Globales Lernen. Bildung unter dem Leitbild weltweiter Gerechtigkeit, Matthias Grünewald Verlag (Ostfildern) 2019 [Format 14 x 22 cm, 230 Seiten, Paperback. 25.- €] ISBN: 978-3-7867-3200-6 – Weitere Angaben und eine Leseprobe

Das Buch steht unter der Signatur K no 1/ Glob 58  im Freihandbereich der PH-Bibliothek.