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Was beeinflusst unser Wohlbefinden und unser Verhalten und Erleben im Arbeitsumfeld?

Wie hängen die Neigung einer Person, positive oder negative Affekte wie z.B. Freude oder Wut zu empfinden, sowie die Ausübung gesundheitsbezogener Aktivitäten mit dem subjektiven Wohlbefinden und dem arbeitsbezogenen Erleben und Verhalten zusammen? Dieser Frage stellte sich Hanna Hofmann von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd in ihrer englischsprachig verfassten Dissertation im Fachbereich Gesundheitspsychologie.

Hanna Hofmann

„Ich wollte wissen, wovon unser Wohlbefinden abhängt und auch wovon es abhängt, wie wir Belastungen bei der Arbeit wahrnehmen oder wie wir uns am Arbeitsplatz in bestimmten Situationen verhalten.“ Welche Bedeutung haben hier Affektivität – also wie empfänglich ein Mensch für negative oder positive Affekte ist – und die Ausübung gesundheitsförderlicher Aktivitäten? Und wie hängen diese beiden Faktoren zusammen? „Ich habe hierbei eine Liste von 14 ganz bestimmten gesundheitsbezogenen Aktivitäten berücksichtigt. Dazu gehören beispielsweise täglich etwas Sinnvolles zu tun, mit einer vertrauten Person über Probleme oder Gefühle zu sprechen oder körperlich aktiv zu sein“, erläutert Hofmann.

Um diese Fragen zu ergründen, führte Hanna Hofmann, die durch Prof. Dr. Carl-Walter Kohlmann betreut wurde, drei empirische Studien mit 326 Lehrkräften, 247 Lehramtsstudierenden und 531 Berufstätigen anderer Professionen durch. Warum sie sich auf Lehrkräfte bzw. zukünftige Lehrerinnen und Lehrer fokussiert hat, erklärt Hofmann wie folgt: „Die Forschung weist darauf hin, dass Lehrkräfte ein hohes Risiko für ungesundes arbeitsbezogenes Verhalten und Erleben haben – sogar schon zu Beginn ihrer beruflichen Karriere. Deshalb ist es besonders für diese Berufsgruppe spannend, mögliche Ressourcen zu identifizieren, um diese dann gezielt zu fördern.“

Es zeigte sich, dass allgemeines Wohlbefinden und das Erleben und Verhalten im Arbeitsumfeld einerseits zwar von der Veranlagung abhängen, andererseits aber auch von gesundheitsbezogenen Aktivitäten. „Die zusammengestellten Aktivitäten wurden mit dem Ziel formuliert, mentale Belastungen zu verringern. Meine Forschung zeigt nun, dass alltägliche Aktivitäten das Potenzial haben, positive Emotionen hervorzurufen und individuelle Ressourcen zu fördern. Damit können sie entscheidend unser Wohlbefinden beeinflussen“, fasst Hofmann zusammen. Daneben seien sie auch für den Arbeitskontext relevant und spielten hierbei eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden und die Stressbewältigung. Die Bedeutung alltäglicher Verhaltensweisen sowohl für das allgemeine als auch das berufliche Wohlbefinden mache sie deshalb gerade für Public Health Maßnahmen interessant, führt Hofmann aus.
Zudem brachte die Untersuchung eine Besonderheit ans Licht: Arbeitsbezogene Verhaltens- und Erlebensmuster sind im Lehrberuf verglichen mit beispielsweise der Berufsgruppe der Physiotherapeut/innen besonders ungünstig. „Das weist auf den Handlungsbedarf im Lehrberuf und in der Lehrausbildung hin!“, so Hofmann.