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Murrhardter Sozialgeschichte von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges (ca. 1550 bis 1620)

Murrhardter Sozialgeschichte

Die Geschichtsschreibung hat die Zeit zwischen der Einführung der Reformation in Württemberg (um 1550) und dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges (um 1620) vernachlässigt: Keine Kriege, keine Katastrophen, keine grundsätzlich neuen Weichenstellungen – scheinbar nichts, worüber es sich zu berichten lohnt. Tatsächlich bieten aber gerade diese sieben Jahrzehnte die Chance, einmal die Normalität der vormodernen Gesellschaft kennenzulernen. Der Blick auf die örtliche Ebene – hier die des Klosters und des Klosteramtes Murrhardt – zeigt mikroskopisch genau, welche Sorgen und Nöte, welche Handlungsspielräume und Freuden die einfachen Menschen hatten. Und dieser mikroskopische Blick enthüllt Dinge, die bei einer makrohistorischen Herangehensweise unter den Tisch fallen: So gab es doch die Katastrophen und die Veränderungen, die den Menschen das Leben sauer machten: Hungersnöte, Seuchen, Korruption, Wohnungsnot, Klimawandel – und es gab das spannungsreiche Nebeneinander von Armen und Reichen, die Steuern und Abgaben, das komplizierte Geflecht des staatlichen Herrschaftssystems mit seiner Bürokratie – und den Beherrschten, die das alles ausbaden mussten.
Das Buch schließt sich an die bereits erschienenen Werke zur Murrhardter Stadt- und Klostergeschichte an und zeigt, wie Herrschaft und Alltagsleben vor über 400 Jahren funktionierten.

Autor: Prof. Dr. Gerhard Fritz (historegio 10). Remshalden 2020, 298 Seiten + 12 Karten

Das Buch ist in der Bibliothek der Pädagogischen Hochschule unter der Signatur „H cm 2/ Frit 40“ verfügbar.