PH Schwäbisch Gmünd » Die PH » Aktuelles » News

News

Wie setzen die Länder das „Gute-KiTa-Gesetz“ um?

Das „Gute-KiTa-Gesetz“ ist Anfang 2019 in Kraft getreten. Nun untersucht ein Forscherteam, wie das Gesetz umgesetzt wird. Aus gutem Grund, denn: „Die Art und Weise, wie das Gesetz implementiert wird, ist eine Erfolgsbedingung dafür, dass das Gesetz seine Wirkung entfalten kann“, erklärt Prof. Stefan Faas, Mitglied des Teams, von der Pädagogischen Hochschule (PH) Schwäbisch Gmünd.

Institutsgebäude
Logo des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Das „Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung“, wie es vollständig heißt, kommt allen Eltern und Kindern zugute. So soll das Gesetz die Qualität in der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung weiterentwickeln und die Teilhabe an Angeboten der Kindertagesbetreuung verbessern. Dadurch will der Gesetzgeber zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen und aufwachsenden Kindern gleichwertige Lebensverhältnisse ermöglichen.
Anfang dieses Jahres hat das Team, bestehend aus der Projektgruppe der Gmünder PH vom Zentrum für Qualitätsforschung und Monitoring in der Kinder- und Jugendhilfe (Prof. Dr. Stefan Faas), dem Kooperationsinstitut PädQUIS Berlin (Prof. Dr. Katharina Kluczniok) sowie dem Institut Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen (Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey), seine Arbeit aufgenommen. Die Studie wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gegeben.
„Wir untersuchen, wie die Länder dafür gesorgt haben, dass das Gesetz wirken kann und welche Strukturveränderungen und Entwicklungsprozesse sie dafür in die Wege geleitet haben“, fasst Faas zusammen. Dafür schaut das Team zum einen den bisherigen Umsetzungsstand in verschiedenen Handlungsfeldern an – z.B. das Vorhandensein eines bedarfsgerechten Angebots, eines guten Betreuungsschlüssels, qualifizierter Fachkräfte oder kindgerechter Räume. Zum anderen bewertet es die Maßnahmen und entwickelten Strukturen vor dem Hintergrund der Ausgangslagen in den Ländern. „Dabei ziehen wir Literatur- und Dokumentenanalysen sowie Experteninterviews zu Rate“, erläutert Faas das Vorgehen. Darüber hinaus untersuchen die Projektbeteiligten, welche Herausforderungen dabei bestehen, das Gesetz zu implementieren, und was dazu nötig ist. Dafür analysieren sie Monitoring-Daten, amtliche Statistiken, weitere Studien/Expertisen sowie regionale Fallstudien und Bilanz-Workshops.
Letztlich schaffe die Evaluation zur Umsetzung des Gesetzes eine Grundlage dafür, die Wirksamkeit des Gesetzes untersuchen und bewerten zu können, ordnet Prof. Stefan Faas ein, der bis Ende des Jahres mit ersten Ergebnissen rechnet. Die Resultate der Studie fließen dann – wie auch die Ergebnisse einer zweiten Studie zu den Wirkungen des Gesetzes, die von einem Projektteam der Universität Bamberg und der Evangelischen Hochschule Freiburg verantwortet wird – in den Evaluationsbericht der Bundesregierung ein, der dem Bundestag erstmalig 2021 vorgelegt wird.

Info:

Projektlaufzeit: 2020-2022

Projektgruppe Schwäbisch Gmünd:

  • Prof. Dr. Stefan Faas
  • Martina Müller, M.A.
  • Can Zhao, M.A.
  • Selina Schelian, B.A.