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Murrhardter Amtsrechnungen

Murrhardter Amtsrechnungen

Historiker arbeiten empirisch, das heißt, alles, was sie in ihren Forschungen zusammentragen, muss eine klar nachvollziehbare faktische Grundlage haben. Das gilt auch für die jüngst erschienene „Murrhardter Sozialgeschichte" von 1550 bis1620. Um dieses Buch schreiben zu können, waren mehrere Jahre Archivarbeit erforderlich. Diese bestand zum Teil aus der für Laien langweilig scheinenden Auswertung sogenannter Amtsrechnungen. Dabei handelt es sich um voluminöse Folianten, die eine unüberschaubare Zahl wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Einzelinformationen enthalten. Die Murrhardter Amtsrechnungen von 1609/10 und 1619/20 werden im ersten der beiden anzuzeigenden Bände nicht nur textgetreu wiedergegeben, sondern über verschiedene Register für künftige Forschungen erschlossen. Im einem zweiten Band werden verschiedene andere Quellen aus der Zeit zwischen etwa 1550 und 1620 wiedergegeben, darunter militär- und sozialgeschichtlich wichtige Musterungslisten und – besonders pikant – das Verhörprotokoll eines der Korruption angeklagten Vogts, also eines hohen Beamten. Das Verhör führte schließlich zum Todesurteil und zur Hinrichtung des Befragten. Beide Bände bereiten das Quellenmaterial leicht zugänglich auf und sind damit Fundgruben für weitergehende Forschungen.

Gerhard Fritz (Hg.): Die Murrhardter Amtsrechnungen von 1609/10 und 1619/20.
(Bearbeitet und herausgegeben von Gerhard Fritz)
Schriftenreihe des Instituts für Gesellschaftswissenschaften der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd 8
Schwäbisch Gmünd, 2020, 406 S.
elektronische Veröffentlichung: urn:nbn:de:bsz:752-opus4-1173

Gerhard Fritz (Hg.): Quellen und Materialien zu Kloster, Stadt und Amt Murrhardt im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert 
Schriftenreihe des Instituts für Gesellschaftswissenschaften der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd 9
Schwäbisch Gmünd, 2020, 158 S.
elektronische Veröffentlichung: urn:nbn:de:bsz:752-opus4-1190