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Beiträge aus Psychologie und Soziologie. Handbuch Stress und Kultur

Ziel des neuen „Handbuch Stress und Kultur“ ist es, den Forschungsstand zum Zusammenhang von Kultur, Stress und Gesundheit in einem Überblickswerk darzustellen. Das Besondere ist dabei, dass sowohl kulturvergleichende als auch interkulturelle Ansätze berücksichtigt und ihre Wechselwirkungen betont werden. Die Beiträge – darunter drei Beiträge von WissenschaftlerInnen der PH Schwäbisch Gmünd – greifen aktuelle Fragestellungen aus Theorie und Praxis auf und stellen zugehörige Betrachtungsebenen, Untersuchungsmethoden und Forschungsergebnisse dar.

Cover Handbuch Stress und Kultur

Menschen werden mit zahlreichen Anforderungen konfrontiert. Dieser Beitrag liefert einen Einblick in das Stressgeschehen und legt den Schwerpunkt auf die Betrachtung von Stressoren im Kontext von Migration und Akkulturation. Dabei lassen sich Stressoren vor (Prä-Migrationsstressoren), während (migrationsbezogene Stressoren) und nach der Migration (Post-Migrationsstressoren und akkulturationsbezogene Stressoren) unterscheiden. Vorgestellt werden unterschiedliche diagnostische Verfahren. Herausforderungen und Empfehlungen für die Erfassung migrationsbezogener Stressoren werden formuliert.

Soziologische Stressforschung untersucht, in welcher Weise soziale Bedingungen Stressprozesse beeinflussen und hervorrufen. Ihr besonderes Augenmerk richtet sie auf die sozial unterschiedliche Verteilung von Stressoren, sozialen und psychischen Ressourcen und den jeweiligen Gelegenheiten und Strukturen. Diese Zusammenhänge werden skizzenhaft für Zeitstress als einem Stressfaktor der Gegenwart untersucht. Während für das Arbeitsleben das Gefühl von Zeitnot und Gehetztsein empirisch untermauert werden kann, widersprechen Zeitbudgetstudien der Beschleunigungsthese. Dabei müssen allerdings Genderaspekte berücksichtigt werden. Noch unklar sind die Auswirkungen der durch die Internetmedien geschürten Aufmerksamkeitskonkurrenz.

Stress und der Umgang mit Stress sind für die Gesundheit zentral. Dieser Beitrag stellt zunächst Stresskonzeptionen vor. Der Schwerpunkt liegt dann auf sozialer Unterstützung als Ressource und Bewältigungsstrategie. Thematisiert werden im Kontext kultureller Unterschiede implizite und explizite soziale Unterstützung als Charakteristika kollektivistischer bzw. individualistischer Wertvorstellungen. Anhand ausgewählter Studien wird deren Bedeutung für die Gesundheit illustriert. Ferner wird verdeutlicht, dass auch der Ausdruck von Ärger je nach Kulturkontext die Gesundheit günstig oder ungünstig beeinflussen kann. Anwendungsbeispiele zu Stressprävention und Stressdiagnostik unter Berücksichtigung interkultureller Aspekte werden vorgestellt. Insgesamt sprechen die Erkenntnisse für eine kultursensible Gesundheitspsychologie.