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Die Ersten ihrer Art – Was wurde aus den ersten GesundheitsförderInnen?

Ina Nauert, Tobias Hückelhoven und Jennifer Larbig haben etwas gemeinsam: Mit 23 weiteren KommilitonInnen schlossen sie vor zehn Jahren als erste AbsolventInnen das Bachelorstudium Gesundheitsförderung an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd ab. Der Bachelorstudiengang „Gesundheitsförderung“ war einer der ersten Studiengänge der Hochschule, der zu außerschulischen Berufsfeldern führte. Und diese Berufsfelder sind vielfältig: So arbeitet einer der Absolventen in einem Unternehmen, eine andere bei einem Systemdienstleister und eine Dritte in einer Einrichtung im Geschäftsbereich eines Ministeriums.

Vor zehn Jahren schlossen die ersten Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiengangs Gesundheitsförderung ihr Studium ab.

Vor zehn Jahren schlossen die ersten Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiengangs Gesundheitsförderung ihr Studium ab.

„Ich habe in meinem Studium ein wahnsinnig gutes und fundiertes Grundlagenwissen erhalten“, sagt Jennifer Larbig. Ein Wissen, das ihr im Berufsleben schon oft sehr geholfen habe. Nach dem Studium war Larbig im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) tätig. Für ein Unternehmen mit rund 700 MitarbeiterInnen baute sie dieses neu auf. „Ich hatte viel darüber im Studium gelernt und konnte das Gelernte gut in die Praxis überführen“, sagt Larbig. Allerdings sei die Umsetzung nicht immer so schön möglich, wie es im Lehrbuch stehe, schiebt sie lachend hinterher.

„Ich habe ein wahnsinnig gutes Grundlagenwissen erhalten“

Heute arbeitet sie bei der B-A-D GmbH. „Ein Systemdienstleister, der Unternehmen zum Thema Gesundheit berät.“ Hier ist sie als Beraterin im Gesundheitsmanagement tätig und ist für die Schwerpunkte BGM, Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen und die systemische Organisationsberatung zuständig. Dabei berät sie nicht nur KundInnen zu den Themen, sondern führt auch Führungskräfteschulungen und Workshops durch. Bei der Ausübung ihres Berufs helfe ihr, dass sie im Studium gelernt habe, wie multikausal und interdisziplinär das Thema Gesundheit betrachtet werden kann.
Im Rückblick sei ihr besonders der enge Zusammenhalt des Jahrgangs und der intensive Austausch mit den DozentInnen positiv in Erinnerung geblieben, die auch bei den alle zwei Jahre stattfindenden Alumni-Netzwerktreffen, organisiert von der PH, zutage treten.

Genau wie Jennifer Larbig beschäftigte sich Tobias Hückelhoven bereits während seines Studiums an der PH in Theorie und Praxis mit dem „Betrieblichen Gesundheitsmanagement“. Gemeinsam mit einer Kommilitonin entwickelte er, im Rahmen seines Masterstudiums an der PH, für ein Unternehmen ein Gesundheitsprogramm für Azubis, das anschließend in deren Ausbildung integriert wurde. Nach diesem Studium fand er eine Stelle als Referent für das BGM bei der Firma ZF Friedrichshafen AG in Saarbrücken. Dort kümmert er sich um die Organisation von Kursen für MitarbeiterInnen wie z.B. eine Rückenschule oder um Schulungsangebote für Führungskräfte. Zudem sorgt er mit dem Werksärztlichen Dienst und der Arbeitssicherheit für gesunde Rahmenbedingungen.
Sein Studium habe ihm vor allem bei praktischen Dingen geholfen – z.B. wo verlässliche Informationen zu finden sind oder bei der Vorbereitung von Präsentationen. Was ihn mit der PH noch verbindet? „Neben den Vorlesungen und Seminaren blieb mir der ein oder andere gemütliche Abend während meines Auslandssemesters in Dänemark im Gedächtnis, aber auch der Rettungsschwimmerkurs, bei dem ich unsere Dozentin mit einem ‚Sicherheitsgriff’ retten musste.“

Vielfältige Berufsmöglichkeiten

Einen ganz anderen Weg hat dagegen Ina Nauert eingeschlagen. Sie arbeitete vorerst in ihrem erlernten Beruf als Heilerziehungspflegerin. In diesem Rahmen führte sie auch Angebote in den Bereichen Bewegung, Entspannung und Ernährung für Menschen mit Behinderung durch. Parallel dazu hielt sie Vorträge zum Thema Ernährung als freiberufliche Referentin und machte sich hier selbstständig. Dadurch kam sie innerhalb der Landesinitiative BeKi (Bewusste Kinderernährung) zu ihrer heutigen Stelle am Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg. Dies ist eine Einrichtung im Geschäftsbereich des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. „Dort bin ich im Gebiet der Ernährungsbildung tätig und für das BeKi-Zertifikat zuständig, mit welchem sich ernährungsbewusste Kitas in Baden-Württemberg auszeichnen lassen können.“

„Die unterschiedlichen Werdegänge unserer Absolventinnen und Absolventen zeigen, dass das Studium der Gesundheitsförderung ein breitgefächertes Feld der beruflichen Entwicklung bietet“, sagt Prof. Dr. Birte Dohnke, Studiengangsleiterin an der Gmünder PH. Seit seinen Anfängen habe sich der Studiengang stetig weiterentwickelt – so trägt er ab dem kommenden Wintersemester den Namen „Gesundheitsförderung und Prävention“, analog zum Master. Die größten Änderungen zu seinem Vorgänger sind die Einführung eines Praxissemesters, die Erweiterung der Ausbildung in (Forschungs-)Methoden und die Vertiefung des Setting-Ansatzes – d. h. betriebliche und kommunale Gesundheitsförderung.

 

Informationen zum Studiengang
Den Bachelorstudiengang Gesundheitsförderung gibt es seit dem Wintersemester 2007/2008 an der PH Schwäbisch Gmünd.
Er setzt sich inhaltlich aus fünf Wissenschaftsdisziplinen zusammen: Ernährungswissenschaft, Forschungsmethoden, Gesundheitspsychologie, Gesundheitssoziologie und Sport- und Bewegungswissenschaft. Die Studierenden erwerben Fähigkeiten, um Aufgaben und Problemstellungen theorie- und evidenzbasiert auf der Verhaltens- und/oder der Verhältnisebene in unterschiedlichen Settings (z.B. Schule, Betrieb, Familie) zu bearbeiten.
Die enge Vernetzung mit Einrichtungen in der Region (Krankenkassen, Landratsamt, Stadt, Kliniken, Betrieben, Schulen) sichert eine praxisnahe Ausrichtung.
Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass mögliche Berufsfelder überwiegend in der settingbezogenen Gesundheitsförderung, im Bewegungsbereich, im sozialen und pädagogischen Bereich und im Fall eines anschließenden Masterabschlusses auch im Bereich der Forschung liegen. Zu den Arbeitgebern zählen gleichermaßen Unternehmen, Krankenkassen, öffentliche Behörden sowie Hochschulen.