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„Professoren haben keinen Ruhestand“

18 Jahre lehrte Prof. Dr. Gerhard Fritz in der Abteilung Geschichte der Pädagogischen Hochschule (PH) Schwäbisch Gmünd. Während dieser Zeit bereitete er zahlreiche Studierende auf ihre Laufbahn als Lehrerinnen und Lehrer vor. Nun wurde der Historiker in den Ruhestand verabschiedet.

Auf dem Foto ist der Geschichtsprofessor Dr. Gerhard Fritz zu sehen.

Professor Dr. Gerhard Fritz

2002 ernannte die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd Gerhard Fritz zum Professor für Geschichte und ihre Didaktik. Der 1953 in Backnang geborene Fritz studierte von 1974 bis 1980 Geschichte, Geographie, Politikwissenschaft und Germanistik an der Universität Stuttgart, ehe er sich 2002 habilitierte. An der PH forschte er unter anderem zur Sozialgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit sowie zur Militär- und Kriminalitätsgeschichte.
Im Rahmen eines Seminars entstand mit der Mitarbeit Studierender das Buch „Schwäbisch Gmünd und der Erste Weltkrieg“, das anhand von Zeitdokumenten eindrücklich vor Augen führt, wie die Menschen den Krieg in der damaligen Garnisonsstadt erlebten – mit Verwundeten in den Lazaretten, dem Kriegsgefangenenlager und unvorstellbarem Hunger und Mangel. Dieses ist nur eines von vier Büchern, das Fritz mit Beiträgen seiner Studierenden herausgebracht hat. „Die vielen Projekte, die ich in Kooperation mit den Studentinnen und Studenten durchführen konnte, werden mir besonders in Erinnerung bleiben“, sagt Fritz.
Fritz' besonderes Interesse an der Region und deren Geschichte zieht sich wie ein roter Faden quer durch seine Lehre und Forschung. Doch so sehr er hier verwurzelt ist, so wichtig war es ihm stets, international Brücken zu schlagen: Er stieß Kooperationen u.a. mit der Universität Kiew, der Universität Salzburg sowie den Universitäten in Straßburg und Brünn an. Den Kontakt zu internationalen Kolleginnen und Kollegen wird er weiterhin pflegen, weite dieser den eigenen Horizont doch enorm, so Fritz.
Der Professor betreute in seiner Zeit an der PH zahlreiche Studierende beim Erstellen wissenschaftlicher Arbeiten. „Es müssten grob überschlagen an die 140 gewesen sein“, sagt Fritz. Vermissen wird er vor allem den persönlichen Kontakt zu den Studentinnen und Studenten. „Das war in vielen Fällen ein inspirierender geistiger Austausch.“ Das Mehr an zeitlichem Freiraum wird er neben seiner Familie und „meiner Enkelschar“ auch neuen Projekten widmen. Denn: „Professoren haben keinen Ruhestand – sie forschen ständig weiter.“