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Jugendliche nutzen während des Lockdowns vermehrt Online-Hilfsangebote bei seelischen Belastungen

Kein gewohnter Schulunterricht, keine Freizeitveranstaltungen, kein Vereinssport, soziale Distanzierung – Kinder und Jugendliche bekamen die Auswirkungen des Lockdowns im Zuge der Corona-Pandemie im März im wahrsten Sinne zu spüren. Dies zeigt sich unter anderem auch in der deutlich angestiegenen Nutzung der ProHEAD-Online-Dienste. ProHEAD („Promoting help-seeking using e-technology among adolescents“) ist ein bundesweites Forschungsprojekt, an dem die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd beteiligt ist und das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Ziel ist es, jungen Menschen Online-Programme zur Förderung des seelischen Wohlbefindens zu bieten. Dabei lernen gesunde Jugendliche zum Beispiel, wie sie mit Stress umgehen oder Herausforderungen bewältigen können. Aber auch Heranwachsende, die ernste Probleme wie beispielsweise Essstörungen oder Depressionen haben, finden Hilfe.

Auf dem Foto ist das ProHEAD-Projektteam (fünf Frauen) der PH Schwäbisch Gmünd zu sehen. (Das Foto entstand vor der Corona-Pandemie.)

Das ProHEAD-Projektteam der PH Schwäbisch Gmünd. (Das Foto entstand vor der Corona-Pandemie.)

Das ProHEAD-Konsortium – unter der Leitung des Universitätsklinikums Heidelberg in Kooperation mit den Standorten Leipzig, Mannheim, Hamburg, Marburg und Schwäbisch Gmünd – beobachtete, dass die Nutzung der Programme während des Lockdowns deutlich zugenommen hatte. „Vor allem Jugendliche mit Problemen nahmen die Online-Dienste häufiger in Anspruch“, sagt Prof. Dr. Heike Eschenbeck, Verantwortliche am Standort Schwäbisch Gmünd. Das könne darauf hindeuten, dass besonders diese Gruppe den Lockdown als emotional belastend wahrgenommen und vermehrt digitale Hilfe aufgesucht habe. „Das zeigt uns, dass ein niedrigschwelliges und wissenschaftlich fundiertes digitales Angebot, wie es die ProHEAD-Programme bieten, eine gute Möglichkeit zur Stärkung der Gesundheit darstellt und nicht nur während der Krise gefragt ist.“
Bisher nutzen knapp 4000 Jugendliche die ProHEAD-Programme. „Wir suchen weiterhin weiterführende Schulen und Berufsschulen, die an ProHEAD teilnehmen möchten, sodass noch mehr Jugendliche von unseren Programmen profitieren können“, sagt Eschenbeck.
Interessierte Schulen können sich an die Projektmitarbeiterinnen Vera Gillé oder Laya Lehner unter Telefon 07171/983 458 oder per E-Mail an gmuend(at)prohead.de wenden. Nach der Vorstellung des Projekts füllen die Teilnehmenden einen Fragebogen aus, auf dessen Grundlage ermittelt wird, welches Programm sie testen können. Die Teilnahme ist für die Schülerinnen und Schüler freiwillig.

Info

Die ProHEAD Partner:

  • Universitätsklinikum Heidelberg
    • Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie: Programm „Unterstützung bei der Suche nach professioneller Hilfe“
    • Forschungsstelle für Psychotherapie Heidelberg: Programm „Hilfe bei problematischem Essverhalten“
  • Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
    • Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ): Programm „Prävention von riskantem Alkoholkonsum“
  • Universität Leipzig
    • Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie: Programm „Hilfe bei depressiven Symptomen“
  • Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd
    • Pädagogische Psychologie und Gesundheitspsychologie: Programm „Wohlbefinden stärken“
  • Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim
    • AG Versorgungsforschung
  • Philipps-Universität und Universitätsklinikum Marburg
    • Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
  • Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKS) Heidelberg

www.ProHEAD.de