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Getrennt und doch geeint – Halbzeit bei „VIP“

Ursprünglich aus der Not geboren, ist das internationale Programm „VIP – Virtual Partner Exchange“ zwischen der Grand Valley State University in Michigan (USA) und der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd zu einem großen Erfolg geworden. Beim VIP, das nun die Hälfte seiner Laufzeit hinter sich hat, können sich Studierende der beiden Partnerhochschulen virtuell austauschen – über alles, was sie derzeit bewegt. „Das reicht von Alltagsleben, Musik, Sport und Filmen über kulturelle Unterschiede bis – unvermeidbar in diesen Tagen ­– hin zur großen Politik, und natürlich Covid-19“, sagt Dr. Monika Becker vom Akademischen Auslandsamt der PH, die das Format zusammen mit ihrer US-Kollegin Rebecca Hambleton initiiert hat, als absehbar war, dass im Herbst nicht wie sonst üblich Studierende auf dem jeweils anderen Campus sein können.

Auf dem Foto sind 25 Studierende aus Deutschland und den USA beim virtuellen Austausch zu sehen.

Transatlantischer Austausch dank des internationalen Programms „VIP – Virtual Partner Exchange“

Die Idee des neuen Formats: Über drei Monate hinweg verabreden sich die Studierenden regelmäßig und tauschen sich aus. Alle drei Wochen treffen sich zudem alle Studierenden mit den Initiatorinnen, besprechen offene Fragen und diskutieren deutsch-amerikanische Themen. Die je 30 Studierenden auf beiden Seiten waren beim Start des Programms per Zufallsprinzip einander zugeordnet worden und erhielten die Aufgabe, sich mindestens eine Stunde in der Woche in der jeweils anderen Landessprache zu vorgegebenen Themen auszutauschen. „Dabei blieb es meistens nicht bei der einen Stunde“, weiß Dr. Monika Becker zu berichten. Damit die Studierenden anfangs einfacher ins Gespräch kamen, erhielten sie Interview-Leitfäden als Anregung.

Großer Gesprächsbedarf

Der Gesprächsbedarf und das Interesse, etwas aus erster Hand über das andere Land zu erfahren, seien genauso groß wie der Wunsch, andere Studierende kennenzulernen, sagt Becker. Und obwohl sie der große Teich trennt, stellten die Studierenden schnell fest, dass sie das gleiche Schicksal eint: „Ich habe im Gespräch mit meiner Tandem-Partnerin verstanden, dass Corona für Studierende überall auf der Welt schlimm ist. Sie ist im Online-Studium genauso einsam, wie ich es bin”, schildert Lehramtsstudentin Christina Hoffmann.

Becker und ihre amerikanische Kollegin sehen in dem neu entwickelten Format viele Vorteile: „Neben den organisatorischen und finanziellen Aspekten ist ein Austausch per Computer viel niedrigschwelliger. Zudem beteiligen sich am VIP-Projekt Studierende querbeet durch alle Bereiche.“ Dennoch könne ein virtueller Austausch natürlich nie die tatsächliche Auslandserfahrung ersetzen. Nichtsdestotrotz könnten solche kreativen Lösungen auch in Zukunft genutzt werden, um den interkulturellen Austausch zu verbessern. Aufgrund der positiven Rückmeldungen ist daher das nächste Projekt ab Januar 2021 schon fest eingeplant. Und auch für Partnerhochschulen in anderen Ländern sind ähnliche Austausch-Formate in Vorbereitung.