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Den Wechselwirkungen von Gesundheit und Bewegung auf der Spur

Wie bedingen sportliche Aktivität, Gesundheit und Gesellschaft einander? Diesem komplexen wie breiten Themenfeld geht Prof. Dr. Jochen Mayer nach, der als Professor für Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Sport und Gesundheitsförderung an die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd berufen wurde. Mit seiner Forschung möchte er zum Verständnis beitragen, wie es zu gesundheitlich riskanten Handlungspraktiken kommt und welche Faktoren einen gesundheitsförderlichen Lebensstil begünstigen und aufrechterhalten können.

Auf dem Foto ist Prof. Dr. Jochen Mayer zu sehen.

Fast jede und jeder Beschäftigte hat es schon einmal erlebt: Trotz Triefnase und Unwohlsein erscheint man selbst oder der oder die Kollegin am Arbeitsplatz und gönnt sich keine adäquate Genesungspause. Präsentismus heißt dieses Phänomen, das sich auch im (leistungs-)sportlichen Kontext finde, zu dem Mayer u.a. forscht. „Mich interessiert, welche Mechanismen solchen gesundheitlich riskanten Entscheidungen zugrunde liegen.“ Ebenso beschäftigt er sich damit, wie ein gesundheitsförderlicher Lebensstil entwickelt werden kann. „Dazu müssen wir die kontextspezifischen Zusammenhänge von sportlicher Aktivität, Bewegung und biopsychosozialer Gesundheit verstehen.“ Daraus ließen sich dann passende Interventionen für verschiedene Settings wie den Betrieb, die Schule, die Hochschule oder Organisationen des Leistungssports gestalten.
Sein Forschungsansatz ist multimethodisch und interdisziplinär und habe den Reiz, dass er so regelmäßig mit überraschenden Ergebnissen konfrontiert werde. „Bei Anwendung von z.B. biografischen Interviews, Expertenbefragungen und Gruppendiskussionen ist das sogar die Regel“, sagt Prof. Mayer, der sich an der PH auf die Zusammenarbeit mit den KollegInnen aus den unterschiedlichen Fachbereichen freut.

Seine Studierenden möchte er durch eine anwendungs- und forschungsorientierte Lehre zu guten Sportlehrkräften ausbilden. Was eine gute Lehrkraft auszeichne? „Sie sollte sich in den verschiedenen sportwissenschaftlichen Teildisziplinen auskennen, wie z.B. in der Trainingswissenschaft oder der Sportsoziologie, um nur zwei zu nennen.“ Außerdem verfüge sie über fachdidaktische Kompetenzen in den Sportarten und Bewegungsfeldern. Weiter seien Sozialkompetenz und Expertise im Classroom-Management gefragt, um ein lernförderliches Unterrichtsklima herzustellen – „unabhängig davon, wo der Unterricht stattfindet – ob am Wasser, auf dem Berg oder in der Halle“. Und auch unter schwierigen Rahmenbedingungen müsse sie einen mehrperspektivischen Sportunterricht ausrichten können, der kognitiv und körperlich fordere. „Nicht zuletzt gilt es, eine große Leidenschaft für den Lehrerberuf und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen mitzubringen.“

Info:

  • 2018 – 2020: Universitätsprofessor für Sport- und Gesundheitssoziologie (Georg-August-Universität Göttingen)
  • seit 2018: Sprecher der Sektion Sportsoziologie der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs)
  • 2017: Habilitation (Eberhard Karls Universität Tübingen)
  • 2016: Vertretungsprofessor für Sportsoziologie (Universität Bielefeld)
  • 2015: Vertretungsprofessor für Sport and Exercise Science (University of Hawaii at Hilo, USA)
  • 2009 – 2017: Akademischer Rat / Akademischer Oberrat (Eberhard Karls Universität Tübingen)
  • 2009: Promotion (Eberhard Karls Universität Tübingen)
  • 2004: 1. Staatsexamen Sport und Geographie (Eberhard Karls Universität Tübingen)