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Genderwoche 2020

Die Genderwoche 2020 wird um ein Jahr verschoben. Sie findet daher im Mai 2021 zum Schwerpunktthema „Sex, Macht und Geschlecht“ statt.

Rechts im Downloadbereich finden Sie zu gegebener Zeit nähere Informationen zum Programm.

Genderwoche 2019

24. – 28 Juni 2019: Genderwoche zum Thema „Männlichkeiten“

Das gesamte Programm können Sie hier herunterladen:


Details zu einigen der Veranstaltungen finden Sie nachfolgend:


Dienstag, d. 25.06. um 18.00 Uhr (HS 1)

Vortrag:
Männlichkeit(en) und Grundschule: Welche Rolle spielt das Geschlecht der Lehrkraft?

Referent:
Prof. Dr. Robert Baar
Professur für Elementar- und Grundschulpädagogik Universität Bremen

Abstract:
Seit nunmehr 16 Jahren wird in der Bundesrepublik Deutschland vor dem Hintergrund des schlechten Abschneidens von Jungen bei international vergleichenden Schulleistungsstudien der Diskurs um eine vermeintliche Feminisierung der Grundschule geführt. Damit einher geht die Forderung, mehr Männer für die Tätigkeit im Primarbereich zu gewinnen und dieses Ziel unter Umständen auch über die Einführung von sog. „Männerquoten“ zu erreichen (vgl. Hurrelmann/Schultz 2012).

Im Vortrag wird dieser Diskurs nachgezeichnet und es wird erörtert, inwieweit diese Forderung Berechtigung hat: Stellt Männlichkeit tatsächlich einen Garanten für den schulischen Erfolg von Jungen und ein Mehr an Professionalität im Feld (Grund-)Schule dar? Und: Gibt es überhaupt „die“ Männlichkeit oder muss der Begriff, verstanden als Konstrukt, nicht vielmehr im Plural gedacht werden? Dies geschieht u.a. vor dem Hintergrund des Analyseansatzes des „Doing Gender“ (West/Zimmermann 1987) und des Konzepts der Hegemonialen Männlichkeit (Connell 2000) sowie auf Grundlage einer eigenen Studie zum beruflichen Habitus männlicher Grundschullehrer (Baar 2010) und weiterer empirischer Forschungsergebnisse aus dem deutsch- und englischsprachigen Raum.

Lit.:

  • Baar, R. (2010): Allein unter Frauen. Der berufliche Habitus männlicher Grundschullehrer. Wiesbaden: VS.
  • Connell, R.W. (2000): Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten. Opladen: Leske + Budrich.
  • Hurrelmann, K./Schultz, T. (Hrsg.) (2012): Jungen als Bildungsverlierer. Brauchen wir eine Männerquote in Kitas und Schulen? Weinheim/München: Beltz Juventa.
  • West, C./Zimmerman, D.H. (1987): Doing Gender. In: Gender and Society. Vol.1, Nr. 2, S. 125 – 151.

Donnerstag, d. 27.06. 9.00 – 14.00 Uhr (A 104 - Senatsraum)

Workshop für Studierende:
"den weg ins ungewisse wagen"
workshop zu kritischen männlichkeiten

Workshopleitung: blu, queer_topia*

Anmeldung bis 16.06. unter gleichstellungsbuero@ph-gmuend.de

Inhalt:
in diesem workshop wollen wir uns mit dem thema männlichkeiten beschäftigen.

was ist eigentlich männlich*keit? wie kann ich kritisch mit (meinen) männlich*keiten umgehen? wie und wann nutze/performe ich sie? wo schränken mich (meine) männlich*keiten ein?

diese und andere fragen werden im workshop mithilfe von theatermethoden und methoden aus der machtkritischen bildungsarbeit bearbeitet.

der workshop findet in deutscher lautsprache (mit flüsterübersetzung auf englisch) statt und ist offen für alle geschlechter. der raum ist rauchfrei und ist wie die toilette mit dem rollstuhl zu erreichen.

veranstaltet von queer_topia* (queertopia.blogsport.de, fb: queer_topia*).

dauer: 5 Stunden


Freitag, d. 28.06., 9.00 – 15.00 Uhr (A 104 – Senatsraum)

Workshop für Studierende:
Immer diese Jungen?! Männlichkeiten und der Umgang damit in der Schule

Referent:
Dr. Reinhard Winter
Leitung des Sozialwissenschaftlichen Instituts Tübingen SOWIT (www.sowit.de)

Anmeldung bis 16.06. unter gleichstellungsbuero@ph-gmuend.de

Beschreibung:
Jungen in der Schule – für viele ein Reizthema, für einige sogar ein schier unlösbarer Widerspruch. Leistungsprobleme treten bei Jungen eher auf als bei Mädchen, Lehrkräfte erleben Jungen häufiger als problematisch und als Herausforderung oder sie gelten öfter als Störenfriede. Es gibt Hinweise darauf, dass dies mit geschlechtsspezifischem Rollenverhalten von Jungen zu tun hat: Passen also die Schule und das Männlichsein dieser Jungen nicht gut zusammen? Müsste in der Schule mit dem Männlichsein von Jungen anders umgegangen werden?

In der Grundschule und in der Sekundarstufe wird das „Image“ geprägt, das Kinder von der Schule haben, ihre Einstellung zum schulischen Lernen bildet sich aus. Aber Jungen tun sich anscheinend schwerer damit als Mädchen, ihre Geschlechtsrollenvorstellung mit Schule produktiv in Verbindung zu bringen.

In diesem Workshop nähern wir uns den Männlichkeiten von Jungen in unterschiedlichen Facetten und Akzenten. Dabei wird verständlich, warum Jungen es in der Schule oft schwer(er) haben, aber auch welche ihrer Bedürfnisse stärker angesprochen werden können. Anhand von jungenpädagogischen Schlüsselthemen werden Ansätze für die praktische Arbeit mit Jungen vorgestellt. Praxisreflexionen und praktische jungenpädagogische Übungen runden den Workshop ab.

Ziele

  • Jungen in ihrem Männlichsein verstehen
  • „männliche“ Bedürfnisse von Jungen erkennen
  • Stolperstellen im Unterrichten von Jungen entdecken
  • Ansätze für jungenpädagogische Arbeit in der Grundschule und der Sekundarstufe I kennenlernen
  • Umsetzungsideen entwickeln
  • Die eigene Praxis mit Jungen in der Schule reflektieren

Inhalte

  • Ursprünge des Männlichen und Auswirkungen auf Jungen
  • Beziehung zwischen Lehrkraft und Junge
  • Ansätze und Bezugspunkte einer „Jungenbildung“

Reinhard Winter: Dr. rer. soc., Diplompädagoge, Psychodramaleiter, Geschlechterforscher, Fachautor, in der Leitung des Sozialwissenschaftlichen Instituts Tübingen SOWIT (www.sowit.de) und des Schweizerischen Instituts für Männer- und Geschlechterfragen (SIMG), Lehrbeauftragter an Hochschulen in Tübingen, Zürich, St. Gallen und Basel.