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Forschungsprojekte im Themenfeld "Integration" (Auswahl)

Aktuelle Projekte

Bericht zur Anwendung und Umsetzung des Partizipations- und Integrationsgesetzes für Baden-Württemberg im Auftrag des Ministeriums für Soziales und Integration (1/2020 bis 7/2020)
Projektleitung: Dr. Sandra Kostner
Projektmitarbeiterin: Sasha Monteiro, M.A.

Am 5. Dezember 2015 ist das kurz zuvor vom Landtag beschlossene Partizipations- und Integrationsgesetz (PartIntG) in Kraft getreten. Das Gesetz „soll dazu beitragen, gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens über soziale und ethnische Grenzen hinweg zu verwirklichen und auf diese Weise das friedliche Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen sowie den Zusammenhalt der Gesellschaft zu sichern.“

Das Ministerium für Soziales und Integration hat die PH Schwäbisch Gmünd mit der Erhebung und Analyse der Umsetzung der Regelungen des PartIntG in der Landesverwaltung und bei weiteren von den Regelungsbereichen betroffenen Akteuren beauftragt.

Neben einer schriftlichen standardisierten Erhebung zur Umsetzung in der Landesverwaltung werden leitfadengestützte Interviews mit weiteren Akteuren bzw. Betroffenen (z.B. Landesbeirat für Integration, Landesverband der kommunalen Migrantenvertretungen, Gemeinde-, Kreis- und Städtetag) zu ihren Erfahrungen und Bewertungen spezifischer Umsetzungsschritte geführt

Der Bericht ist Bestandteil des Landesintegrationsberichts, der nach § 15 des PartIntG vom Ministerium für Soziales und Integration alle fünf Jahre zu erstellen ist, um „die Anwendung des Gesetzes“ und „den Stand der Integration“ zu überprüfen.

 

Abgeschlossene Projekte

Evaluation des Paktes für Integration der baden-württembergischen Landesregierung, im Auftrag des Ministeriums für Soziales und Integration (6/2018 bis 2/2020)
Projektleitung: Dr. Sandra Kostner
Projektmitarbeiter: Paul Koranyi

Die Landesregierung Baden-Württemberg unterstützt mit dem Pakt für Integration die Kommunen des Landes für zwei Jahre mit insgesamt 320 Millionen Euro dabei, die Integration von Flüchtlingen gezielt zu fördern. Ein Kernelement dieser Förderung besteht aus der Finanzierung von 1000 Stellen für Integrationsmanagerinnen und Integrationsmanager. Die Integrationsmanagerinnen und Integrationsmanager erstellen individuelle, bedarfsorientierte Integrationspläne mit den Flüchtlingen, mit den Schwerpunkten Bildung, Ausbildung, Arbeit und Wohnen. Sie arbeiten dabei eng mit den Regeldiensten vor Ort zusammen, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu erhöhen und Doppelstrukturen zu vermeiden. Zudem sollen sie die Flüchtlinge mit den lokalen Strukturen und den Integrationsangeboten vertraut machen und diese in die Lage versetzen, die vorhandenen Angebote selbständig zu nutzen.

Das Ministerium für Soziales und Integration hat die PH Schwäbisch Gmünd und die Universität Mannheim beauftragt, den Pakt für Integration zu evaluieren, wobei die Universität Mannheim den quantitativen und die PH Schwäbisch Gmünd den qualitativen Part übernimmt.

Die qualitative Evaluation umfasst 16 Kommunen, jeweils vier pro Regierungsbezirk. Die Auswahl der Kommunen erfolgte so, dass sie eine hohe Varianz an integrationsrelevanten Strukturmerkmalen aufweisen. Die Evaluation zielt darauf ab, festzustellen, wie sich die unterschiedlichen Rahmenbedingungen vor Ort auf die Arbeit der Integrationsmanagerinnen und Integrationsmanager und daraus resultierend auf die Wirkung des Integrationsmanagements auswirken.

Drei Erhebungsinstrumente kommen zum Einsatz: Dokumentenanalyse, teilstandardisierte Leitfadeninterviews mit den Integrationsmanagerinnen und Integrationsmanagern in den 16 ausgewählten Kommunen sowie mit anderen zentralen Akteuren vor Ort, wie Integrationsbeauftragten, Flüchtlingssozialarbeitern, Mitarbeitern der Agentur für Arbeit/ des Jobcenters.  Darüber hinaus wird in vier Kommunen eine teilnehmende Beobachtung in Form von Hospitationen durchgeführt. Um für die Tätigkeit der Integrationsmanagerinnen und Integrationsmanager relevante Veränderungen in den lokalen Rahmenbedingungen erfassen zu können, erfolgt die Erhebung zu zwei Zeitpunkten: einmal im Herbst 2018 und einmal im Sommer 2019.

 

Wissenschaftliche Begleitung des Programms „Willkommen in Baden-Württemberg! Engagiert für Flüchtlinge und Asylsuchende“  im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung (6/2015 bis 12/2017)
Projektleitung: Dr. Sandra Kostner
Projektmitarbeiter/in: Susann Radmacher, M.A.; Karsten Richert, M.A.
Drittmittel: 86.900 Euro

Die Baden-Württemberg Stiftung hat in Kooperation mit dem Ministerium für Soziales und Integration im Frühjahr 2015 das Programm „Willkommen in Baden-Württemberg! Engagiert für Flüchtlinge und Asylsuchende“ aufgelegt, um Projektträger dabei zu unterstützen, innovative Konzepte für die (1) Qualifizierung und (2) Begleitung/Beratung von Ehrenamtlichen zu entwickeln und zu implementieren. Das Hauptziel des 22 Projekte umfassenden Programms ist es, die Qualität der Unterstützungsangebote von Ehrenamtlichen für Flüchtlinge an den Punkten zu optimieren, die für die Integrationschancen der Flüchtlinge in besonderer Weise zentral sind. Der Fokus des Programmbausteins „Qualifizierungen“ liegt dementsprechend auf den beiden Schlüsselbereichen für die funktionale und strukturelle Integration von Neueingewanderten: Sprache und Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarktzugang. Neben diesen beiden Schlüsselbereichen vermitteln die Qualifizierungsprogramme Hintergrundwissen, um die Ehrenamtlichen insbesondere mit asylrechtlichen Grundlagen und interkulturellen Kommunikationshürden und deren Überwindungsmöglichkeiten vertraut zu machen. Der zweite Programmbaustein zielt darauf ab, dass die Projektträger Angebote zur professionellen Begleitung und Beratung (z.B. in Form von Supervisionen und wöchentlichen Sprechstunden) der ehrenamtlich Engagierten einführen, damit die Ehrenamtlichen bei auftretenden Fragen und Schwierigkeiten eine kompetente Anlaufstation haben.

Ziel der wissenschaftlichen Begleitung ist: (1) die Wirksamkeit der Programmbausteine zu ermitteln; (2) erfolgsfördernde und -hemmende Faktoren zu identifizieren und (3) darauf aufbauend, Optimierungsvorschläge zu erarbeiten. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt in Form einer Prozessevaluation und erstreckt sich über den gesamten zweijährigen Förderzeitraum des Programms. Um die Wirkung der Projekte erfassen und Optimierungsempfehlungen aussprechen zu können, erfolgt die Prozessevaluation zu zwei Zeitpunkten: einmal im Sommer 2016, d.h. ungefähr zur Halbzeit der Projektlaufzeit, und einmal im Sommer 2017, also gegen Ende der Projektförderung.

Es kommen dabei drei Erhebungsinstrumente zum Einsatz: Dokumentenanalyse, Fragebögen und leitfadengestützte Interviews, wobei die standardisierten Fragebögen das zentrale Erhebungsinstrument darstellen. Mit diesem Instrument werden alle Projektverantwortlichen sowie alle Ehrenamtlichen und alle für die Qualifizierungen eingesetzten Referentinnen/ Referenten befragt, um (1) einen möglichst umfassenden Einblick in die Bedingungsfaktoren für erfolgreiche ehrenamtliche Unterstützung für Flüchtlinge zu gewinnen und um (2) abgleichen zu können, ob die Wahrnehmungen des Qualifizierungserfolgs von Projektverantwortlichen, Ehrenamtlichen und Referentinnen/Referenten kongruent sind. Darüber hinaus werden fünf Projekte, die vonseiten der wissenschaftlichen Begleitung als Schlüsselprojekte identifiziert wurden, mittels leitfadengestützter Interviews genauer betrachtet. Im Zentrum der mit Projektträgern und pro Projekt fünf Ehrenamtlichen durchgeführten Interviews stehen Fragen, die sich entweder im Zuge der quantitativ gewonnenen Ergebnisse als zentrale Bedingungsfaktoren herauskristallisierten oder die mittels quantitativer Methoden nicht hinreichend beleuchtet werden können, also der tiefergehenden Erklärungen suchenden Betrachtung bedürfen. Darüber hinaus sollen in der zweiten Erhebungsphase – soweit realisierbar – die Erfahrungen der Flüchtlinge, die von Ehrenamtlichen der fünf Schlüsselprojekte unterstützt werden, mittels leitfadengestützter Interviews in die Analyse einbezogen werden.

 

Wissenschaftliche Begleitung des Welcome Centers Stuttgart im Auftrag der Integrationsabteilung der Landeshauptstadt Stuttgart (10/2014 bis 7/2016)
Projektleitung: Dr. Sandra Kostner
Projektmitarbeiterinnen: Denise Uhlenbrock und Stephanie Garff
Drittmittel: 18.100 Euro

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat im Oktober 2014 in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart ein Welcome Center eröffnet, das allen Stuttgarter Neubürgerinnen und Neubürgern als zentrale Anlaufstelle für Fragen zum Arbeiten, Wohnen und Leben in Stuttgart dienen soll.

Die wissenschaftliche Begleitung umfasste in erster Linie die Auswertung der Kontakterfassungsbögen, welche die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Welcome Centers für jede von ihnen geleistete persönliche, telefonische und elektronische Beratung ausgefüllt haben. Um herauszufinden, wie zufrieden die Kundinnen und Kunden des Welcome Centers sind, wurden zudem „Exitbefragungen“ direkt nach der in Anspruch genommenen Beratung durchgeführt.

Studierende des Masterstudiengangs „Interkulturalität und Integration“ waren maßgeblich an der Durchführung der wissenschaftlichen Begleitung beteiligt: So entwickelten studentische Hilfskräfte unter Anleitung der Projektleiterin das Datenanalyseverfahren, führten die „Exitbefragungen“ durch, werteten die Daten aus und arbeiteten an der Erstellung des Abschlussberichtes mit. Zudem wurde eine Masterarbeit zum Thema institutionalisierte Willkommenskultur von einer studentischen Projektmitarbeiterin verfasst, für die die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung herangezogen wurden.

 

Wissenschaftliche Begleitung des interkulturellen Öffnungsprojekts „Deine Stadt – Deine Zukunft“ der Landeshauptstadt Stuttgart (10/2011 bis 7/2015)
Projektleitung: Dr. Sandra Kostner
Projektmitarbeiter/innen: Sechs Studierende des Masterstudiengangs „Interkulturalität und Integration“
Drittmittel: 13.200 Euro

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat im Frühjahr 2011 die Kampagne „Deine Stadt – Deine Zukunft“ ins Leben gerufen, deren übergeordnetes Ziel es ist, die migrationsbedingte kulturelle Vielfalt, die in Stuttgart vorzufinden ist, in der Personalstruktur des kommunalen öffentlichen Dienstes abzubilden. Das konkrete Ziel der Kampagne ist es, mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund für eine Ausbildung bei der Stadt Stuttgart – und damit für den öffentlichen Dienst – zu gewinnen.

Die wissenschaftliche Begleitung diente der Ermittlung:

  1. der Wirkung der Kampagne;
  2. der Faktoren, die als Zugangshürden zum öffentlichen Dienst bestehen. Dazu gehören Hürden, die hinsichtlich des „Images“ des öffentlichen Dienstes bestehen sowie Hürden, die beim Bewerbungs- und Einstellungsverfahren wirksam werden. Ferner ging es darum, die Faktoren zu ermitteln, die sich positiv bzw. negativ auf den Ausbildungsverlauf und damit Verbleib in der Ausbildung auswirken.

Die wissenschaftliche Begleitung umfasste vier quantitative Befragungen der Auszubildenden (2011, 2012, 2013 und 2014), drei qualitative Befragungen der Auszubildenden (2011, 2012 und 2013) sowie zwei qualitative Befragungen der Ausbildungsleiter/innen (2012 und 2014).

Studentische Mitarbeiterinnen haben bei der Auswertung der quantitativen Befragungen sowie bei der Erhebung und Auswertung der qualitativen Daten mitgewirkt. Ferner sind zu diesem Projekt zwei Masterarbeiten geschrieben worden, die spezifische Fragestellungen zum Abbau von Zugangsbarrieren für Jugendliche mit Migrationshintergrund zum öffentlichen Dienst sowie zu den Erfahrungen der Auszubildenden mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst bearbeitet haben.