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Wissenschaftliche Begleitung des Projekts „Unterstützung von Lehrkräften in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien in VKL/VABO-Klassen“ im Auftrag der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen Schwäbisch Hall (3/2016 bis 9/2017)

Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Immerfall, Prof. Dr. Nazli Hodaie, Prof. Dr. Uwe Maier, Dr. Sandra Kostner
Projektmitarbeiterin: Dr. Bianca Strohmaier
Drittmittel: 78.000 Euro

Die Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen qualifiziert in einem Zweistufenprogramm im Auftrag des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Lehrer/innen für den Unterricht in VKL-Klassen (Vorbereitungsklassen) und VABO-Klassen (Vorqualifizierung Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse). Der Unterricht in VKL-und VABO-Klassen stellt für viele Lehrkräfte eine in besonderem Maße herausfordernde Aufgabe dar, für die sie durch ihre Tätigkeiten in Regelklassen nicht hinreichend vorbereitet sind. Die Herausforderungen ergeben sich v.a. daraus, dass die Zusammensetzung der Schülerschaft in diesen Klassen von einem sehr hohen Heterogenitätsgrad geprägt ist; dass die Lehrkräfte mit den von den Schülerinnen und Schülern im Herkunftsland erworbenen Bildungsvoraussetzungen nicht vertraut sind; dass sie über keine bzw. geringe Erfahrungen in der Vermittlung von Deutsch als Zweitsprache verfügen; und dass sie mit traumatisierten Schülerinnen und Schülern konfrontiert werden. Entsprechend hoch ist der Qualifizierungs- und Unterstützungsbedarf der Lehrkräfte. Das Qualifizierungsprogramm greift diesen Bedarf auf und verfolgt dabei zwei ineinandergreifende Zielsetzungen: (1) die Lehrkräfte zu unterstützen und (2) durch die Qualifizierung der Lehrkräfte die bestmögliche Bildungsintegration der Schüler/innen mit Fluchtbiographie zu erzielen.

Die erste Programmstufe (Frühjahr/Sommer 2016) umfasst die Qualifizierung von 60 Lehrerinnen und Lehrern zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. In drei Modulen erwerben die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren Kenntnisse und Kompetenzen v.a. in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache und sprachsensibler Fachunterricht, heterogene und interkulturelle Lehr-Lern-Kontexte, rechtliche Fragen und psychosoziale Belastungen/Traumata. In der zweiten Programmstufe, die im Herbst 2016 startet, bieten die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren regionale Fortbildungen für VKL- und VABO-Lehrkräfte an.

Die wissenschaftliche Begleitung ermittelt, inwieweit die Fortbildungen in beiden Programm-stufen dem Qualifizierungsbedarf der Teilnehmer/innen gerecht werden und an welchen Punkten Optimierungsbedarf bzgl. der Fortbildungsinhalte sowie deren Vermittlungsmethoden besteht, um eine passgenaue Nachjustierung des Programms durch zeitnahe Rückmeldungen zu ermöglichen. Dazu werden in Form einer Prozessevaluation mit teilstandardisierten Fragebögen die 60 Teilnehmer/innen der Multiplikatorenschulungen vor und nach jedem Modul dazu befragt, wie sie ihr Wissen zu den modulspezifischen Inhalten einschätzen, um den subjektiv empfundenen Wissenszuwachs in Bezug auf spezifische Fortbildungsinhalte feststellen zu können. Zudem werden die Teilnehmer/innen zu ihrer Einschätzung der Praxisrelevanz der Inhalte und zu Optimierungswünschen befragt. Darüber hinaus werden die Dozentinnen und Dozenten der Fortbildungsreihe mittels eines Leitfadeninterviews befragt, um einen Einblick darin zu erhalten, wie hoch die Kongruenz der Wahrnehmung von Fortbildungsbedarf, Wissenszuwachs und Praxisrelevanz zwischen den Teilnehmerinnen/Teilnehmern und den Dozentinnen/Dozenten ist. In der zweiten Programmstufe werden die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mit teilstandardisierten Fragebögen dazu befragt, wie gut sie sich durch die Qualifizierungen für ihre Tätigkeit als Fortbildner/innen vorbereitet sehen, welche Inhalte sie gut einsetzen können und wo sie weiteren Fortbildungsbedarf für sich sehen. Außerdem werden die an den regionalen Fortbildungen teilnehmenden Lehrkräfte zu ihrer Zufriedenheit mit den dort vermittelten Inhalten befragt.