PH Schwäbisch Gmünd » Forschung » Promotion » Promotionskollegs » Forschungs- und Nachwuchskolleg (FuN-Kolleg) » Infos zur Teilprojekten der PH SG » Teilprojekt 15

Teilprojekt 15 (Deutsch)

Sprachliche Superdiversität gestalten: Erstellung von Schulsprachprofilen

Eine Zielsetzung der Mehrsprachigkeitsforschung unter den Bedingungen der „Superdiversity“ (Vertovec 2007; Meissner & Vertovec 2015) ist es, „die Komplexität und Dynamik der Entwicklung sprachlicher Verhältnisse in Migrationskontexten besser zu verstehen“ (Gogolin 2010: 542). In diesem Zusammenhang wird als Forschungsrahmen die konzeptionelle Triade Konfigurationen (Erfassung der Diversität mit Blick auf strukturelle und demographische Gegebenheiten), Repräsentationen (Modi, in denen Diversität imaginiert und veranschaulicht wird) und Begegnungen (Untersuchung, auf welche Art und Weise Diversität in Interaktion und Praxis erfahren wird) vorgeschlagen (Gogolin 2010: 542; Vertovec 2009), die ihrerseits in einer Interaktion inbegriffen sind (Goglin 2010).

Vor diesem Hintergrund befasst sich das Forschungsprojekt im Rahmen der Erfassung und Erstellung eines Schulsprachprofils mit sprachlicher Superdiversität im ländlichen Raum. Der Fokus auf dem ländlichen Raum ist insofern von Relevanz, als sich Studien zu gesellschaftlicher Superdiversität in der Regel an (großstädtischen) Ballungsräumen orientieren. Dieser Tendenz setzt das vorliegende Forschungsvorhaben eine neue Fokussierung entgegen. Folgende Forschungsfragen stehen in diesem Zusammenhang im Mittelpunkt:

  1. Wie konfiguriert sich die lebensweltliche Mehrsprachigkeit (Gogolin 1988; 2008) in der Schule? Welche Sprachen und sprachlichen (Alltags-)Praktiken sind festzustellen?
  2. Welche Präsentationsmodi (Schulgebäude, Klassenzimmer, Materialien, Unterrichtsgestaltung) liegen dabei vor?
  3. Wie wird Mehrsprachigkeit in Interaktion erfahren? Welche sprachenbezogenen Einstellungen, Hierarchien, Wünsche und Vorstellungen sind vorhanden?

Dem Forschungsvorhaben liegt eine holistische Perspektive zugrunde. Ziel ist es, „ein Bild der Schule als Lern- und Kommunikationsraum zu entwerfen“, dabei „Alltagspraktiken zu reflektieren, Hierarchien bewusst zu machen und Potenziale zu nutzen“ und somit die tatsächlich gelebte Mehrsprachigkeit „sichtbar, hörbar, und für den Lernprozess nutzbar zu machen“ (Busch 2013: 171f.).