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Teilprojekt 19 (Deutsch)

Diversität integrieren: Die schulische Organisation des Übergangs von der Vorbereitungs- in die Regelklasse

Angesichts einer Vielzahl von Initiativen, Steuerungsinstrumenten und -prozessen, mit denen Chancengerechtigkeit in der Schule erreicht werden soll, stellt sich die Frage, ob und wie diese auf der konkret ausführenden Ebene Wirkung zeigen. Wie Untersuchungen aus dem Bereich der Sprachplanung und des Sprachrechts gezeigt haben, bestimmen nämlich Gesetze, Erlasse und andere rechtliche Vorgaben und Empfehlungen das Handeln beteiligter Akteure nicht direkt. Diese werden von den Akteuren vielmehr in komplexen Gemengelagen von Wahrnehmungs- und Auslegungspraxen interpretiert und umgesetzt. Ziel des vorliegenden Projekts ist es, dieses Zusammenspiel zwischen Akteuren, Dokumenten und Praktiken im Hinblick auf die Gestaltung des Übergangs von Vorbereitungs- in Regelklassen anhand zweier Fallstudien empirisch zu fassen, zu beschreiben und zu analysieren, um eine gesicherte, wissenschaftliche Basis für die Optimierung der Organisation dieser Übergänge zu ermöglichen. Die mehrdimensionale Analyse der Ausgestaltung, in welcher Instrumente der critical language policy mit Instrumenten der multimodalen Interaktions- und Diskursanalyse kombiniert werden, wird zeigen, wie Akteure konkret von den Vorgaben und Angeboten der Regierung und der Wissenschaft Gebrauch machen, wie sie diese interpretieren, welche Praktiken sie entwickeln und wie sie diese legitimieren. So können implizite und explizite Bewertungsmaßstäbe, Interpretationsrahmen und Vorstellungen von Sprache, von Mehrsprachigkeit und sprachlicher Kompetenz sichtbar gemacht werden, und es lässt sich zeigen, wie diese handlungswirksam werden. Die Ergebnisse werden als Grundlage dienen, um Möglichkeiten zu formulieren, wie Schulen Übergänge von Vorbereitungs- in Regelklassen optimal gestalten können, und um Methoden zu entwickeln, mit deren Hilfe der Unterricht der beiden Settings verschränkt werden kann.