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Gender als Thema im Studium

Dr. Sibylle Jäger

Abteilung / Projekt / etc:
Schulpädagogik

Wo waren oder sind Geschlechterverhältnisse Gegenstand meiner Forschung?

"Elternmotive für die Wahl einer Privatschule als weiterführende Schulart"(Arbeitstitel). Eine qualitative Interviewstudie an einer neugegründeten Realschule in freier Trägerschaft.

Bei der Frage nach Orientierungen und Erziehungszielen der Eltern für Ihre Kinder und bei den elterlichen Erwartungen an die Schule kann man eventuell mit differenzierten Aussagen bzgl. des Geschlechts rechnen. Mädchen werden von den Eltern (signifikant) positiver eingeschätzt bezüglich Fleiß, Erledigung von Hausarbeiten und was das Arbeiten für die Schule angeht. Interessant wird sein, ob sich die Erziehungsziele und Zukunftswünsche der Eltern den Geschlechtern zuordnen lassen? Dass sich Eltern für ihre Töchter eher Selbstentfaltung und freie Entwicklung wünschen und für die Söhne z. B. Wünsche nach einem sicheren Arbeitsplatz und einer Alkohol- und Drogen freien Schule genannt werden. Die Datenerhebung startet ab Mitte Juni, daher muss man auf die Ergebnisse noch etwas warten.

"Berufswunsch Lehrer_in: Motive für das Studium an der PH Schwäbisch Gmünd. Auswertung der Schulpraxisportfolios. Ergebnisse liegen noch nicht vor.


Wie thematisiere ich Geschlechterverhältnisse in meiner Lehrtätigkeit?

Die Thematisierung von Geschlechterverhältnisse spielt in einigen meiner Lehrveranstaltungen eine wichtige Rolle. Wie zum Beispiel: "Konzepte didaktischer Reflexion - Planung, Durchführung und Reflexion von Unterricht" "Aufgaben im Lehrberuf" und "Classroom Management - Kommunikation, Interaktion und Konfliktbewältigung als grundlegende Elemente der Lehr- und Erziehungstätigkeiten", als auch in dem für das Staatsexamen relevanten Seminar "Maßnahmen für die schulische Qualitätsentwicklung am Beispiel von Schulleistungsstudien"

In meinen Seminaren ist es mir ein zentrales Anliegen, die Studierenden für Geschlechterfragen zu sensibilisieren, ihr Interesse an der Thematik zu wecken und beim Erwerb von Genderkompetenz zu unterstützen. Genderkompetenz soll Studierende befähigen, Genderfragen auf allen institutionellen Ebenen des Bildungs- und Erziehungssystems wahrzunehmen und geschlechtergerecht zu bearbeiten. In meinen Seminaren lege ich großen Wert auf die Einübung der Selbstreflexion. Die Studierenden werden angeregt, über ihre eigenen Einstellungen und Haltungen zu reflektieren mit dem Ziel, dass Automatismen und Stereotypen sichtbar gemacht werden. Sie sollen eigene Rollenbilder kritisch hinterfragen und gegebenenfalls korrigieren. Die konsequente Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache ist für mich ein Grundelement meiner Methodik und Didaktik.

Je nach Seminar, stehen spezifische Themen im Vordergrund: Bei der Planung, Durchführung und Evaluation von Unterricht sollen die Studierenden geschlechtergerechte Lehr-Lernsettings berücksichtigen, so dass sich die SuS jenseits von Geschlechternormen frei entfalten können. Im Seminar Aufgaben im Lehrberuf sollen sie ihre eigene Rolle im Professionalisierungsprozess wahrnehmen und spezifische Entwicklungsaufgaben formulieren.