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Geschlechtergerechte Sprache

Wenn über das Thema „Gender“ gesprochen wird, spielt automatisch auch die geschlechtergerechte Sprache eine große Rolle. Aber warum ist das so und warum ist „Gendern“, also das Verwenden einer geschlechtergerechten Sprache wichtig? Brauchen wir überhaupt eine geschlechtergerechte Sprache?

Im Alltag verwenden wir oft die männliche Form, wenn wir zum Beispiel sagen „die Schüler der 8. Klasse“. Sitzen in dieser 8. Klasse aber wirklich nur Jungs oder auch Mädchen? Häufig meinen wir beides, wenn wir die männliche Form (in diesem Fall „Schüler“ sagen) benutzen und meinen Frauen oder Mädchen einfach mit. Dass dieses „Mit-Meinen“ von Frauen nicht ausreicht, haben bereits einige Studien belegt: Wenn wir die männliche Form verwenden, stellen wir uns auch automatisch nur die männliche Form vor und dann fühlen sich auch nur Männer angesprochen, denn durch Sprache entstehen Bilder in unserem Kopf und prägen entsprechend unsere Wahrnehmung. Wenn wir Frauen und Männer meinen und nicht wollen, dass Frauen „unsichtbar“ bleiben, dann müssen wir unsere Sprache auch dementsprechend anpassen.


Das Gleichstellungsbüro der PH hat zu diesem Thema auch einen Leitfaden herausgegeben, der heruntergeladen werden kann (siehe Infobox). Dort finden sich mehr Informationen zum Thema und Hinweise, wie auch beim Verfassen wissenschaftlicher Hausarbeiten etc. geschlechtergerechte Sprache eingesetzt werden kann.

Hier haben wir noch ein paar Videos zusammengestellt, die sich auf die eine oder andere Art mit geschlechtergerechten Sprache auseinandersetzen.

 

Weiterführende Links zur gendersensiblen Sprache:

https://www.youtube.com/watch?v=J69HkKz9g4A
(„Are you biased?“/ Who’s the surgeon?“)

https://www.youtube.com/watch?v=xALfPTQ-MwA

https://www.klischee-frei.de/de/klischeefrei_56285.php?

http://www.geschicktgendern.de/muss-das-sein/ 

Formanowicz, M., Bedynska, S., Cisłak, A., Braun, F., & Sczesny, S. (2013). Side effects of gender‐fair language: How feminine job titles influence the evaluation of female applicants. European Journal of Social Psychology, 43, 62 – 71.

Formanowicz, Magdalena Maria; Cislak, Aleksandra; Horvath, Lisa Kristina; Sczesny, Sabine (2015). Capturing socially motivated linguistic change. How the use of gender-fair language afffects support for social initiatives in Austria and Poland. Frontiers in Psychology, 6. doi 10.3389/fpsyg.2015.01617

Horvath, Lisa Kristina; Sczesny, Sabine (2015). Reducing women’s lack of fit with leadership? Effects of the wording of job advertisements. European Journal of Work and Organizational Psychology, 25, 316 – 328. doi: 10.1080/1359432X.2015.1067611

Köser, Sara; Kuhn, Elisabeth A.; Sczesny, Sabine (2015). Just Reading? How Gender-Fair Language Triggers Readers’ Use of Gender-Fair Forms. Journal of Language and Social Psychology, 34, 343 – 357. doi: 10.1177/0261927X14561119

Sczesny, Sabine; Formanowicz, Magdalena Maria; Moser, Franziska (2016). Can gender-fair language reduce gender stereotyping and discrimination? Frontiers in Psychology, 7, 1 – 11. doi: 10.3389/fpsyg.2016.00025

Vervecken, D., Hannover, B., & Wolter, I. (2013). Changing (S) expectations: How gender fair job descriptions impact children’s perceptions and interest regarding traditionally male occupations. Journal of Vocational Behavior, 82, 208 – 220.