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Erfolgreiches Akademisches Jahr trotz Corona

Die Pädagogische Hochschule zu verschiedenen Jahreszeiten

Das Akademische Jahr sei ein besonderes gewesen, sagte Prof. Dr. Claudia Vorst, Rektorin der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, bei der virtuellen Vorstellung des Jahresberichts am Mittwoch, 16. Dezember. Im Frühjahr 2020 zeichnete sich ab, dass die Corona-Pandemie die Hochschulen in den digitalen Raum zwinge. Für die PH bedeutete das konkret, eine Hochschule mit 3.000 Studierenden und 300 Mitarbeitenden binnen Tagen auf digitalen Betrieb und Homeoffice umzustellen. „Dafür wurden Rechnerpools zerlegt, Satzungen für digitale Lehre, Prüfungen und Gremiensitzungen juristisch angepasst und Veranstaltungen unter der Prämisse geplant, dass Studierenden kein Nachteil entsteht.“ Neben all diesen Anstrengungen habe der Umstieg ins Digitale aber auch neue Möglichkeiten eröffnet – „der Kooperation, des Engagements und der Hilfsbereitschaft“. Studierende stellten beispielsweise Sport- und Freizeitprogramme zusammen oder drehten Videos zur Kinderliteratur. Daneben wurden Hilfestellungen für Kinder, Familien und Lehrkräfte, die plötzlich mit häuslichem Unterricht und sozialer Isolation konfrontiert waren, auf die Beine gestellt.
Neben Corona standen allerdings noch weitere Themen auf der Tagesordnung. So wurden 15 neue DoktorandInnen angenommen und fünf Nachwuchswissenschaftler­Innen promoviert. Neue Kolleginnen und Kollegen wurden in so vielfältigen Feldern wie der Sportwissenschaft, im Fach Geschichte und in der Didaktik der Naturwissenschaften begrüßt.

Ungebrochen erfreulich verlief auch die Entwicklung der Dritt- und Fördermittel. In der Gesamtschau aller geförderten Projekte ergebe sich ein „lebendiges Mosaik“, so Rektorin Vorst. Es werden Themen im MINT-Bereich, in der Medien-, der Berufs- aber auch der Kindheitspädagogik, beim Erst-, Zweit- und Fremdspracherwerb und in der Pflegewissenschaft bearbeitet. Hier trage die Hochschule besonders mit der Einrichtung des Masterstudiengangs Pflegewissenschaft zur Akademisierung in den Gesundheitsfachberufen bei. Des Weiteren bietet die PH mit dem Zertifikatsstudiengang Syrisch-Orthodoxe Theologie und Religionspädagogik als bundesweit einzige Hochschule eine wissenschaftliche Lehrerbildung für syrisch-orthodoxe Religionslehrkräfte an.

Dritt- und Fördermittelaufkommen erneut auf Rekordniveau

Als im wahrsten Sinne „herausragend“ bezeichnete Prof. Dr. Dagmar Kasüschke, Prorektorin für Forschung, Entwicklung und internationale Beziehungen, das Jahr 2019 mit Blick auf die Förder- und Drittmitteleinnahmen der PH: Erstmals wurde ein Betrag von über 2,3 Millionen Euro verzeichnet. „Eine Steigerung von rund 500.000 Euro gegenüber dem Vorjahr“, ordnete Kasüschke ein. Erfolge verbuchte die Hochschule bei den Bund-Länder-Programmen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, der Qualitätsoffensive Lehrerbildung mit dem Schwerpunkt „Lehrerbildung für die beruflichen Schulen“ oder im Professorinnenprogramm III zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen. Als ebenso erfreulich bewertete die Prorektorin die Einwerbung von drei strategischen Partnerschaften in Kooperation mit europäischen Projektpartnern im Rahmen des ERASMUS Plus-Programms. „Dadurch können wir die internationale Zusammenarbeit weiter ausbauen.“

Um die Rahmenbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs weiter zu verbessern, wurde das Forschungs- und Karriereentwicklungszentrum „AnSCHub – Advanced Scientific Career Hub“ eingerichtet.Ziel ist es, bei Erwerb und Vertiefung von Kompetenzen für Forschung, Lehre und Hochschulmanagement zu unterstützen. „Gleichzeitig will AnSCHub digitale und analoge Räume für Forschende eröffnen, um gemeinsam interdisziplinär und kreativ an wissenschaftlichen Fragestellungen arbeiten zu können“, erklärt Kasüschke.

Internationaler Austausch auch in Pandemiezeiten

Dr. Monika Becker, Leiterin des Akademischen Auslandsamts, berichtete über die Entwicklung der Internationalisierung an der PH vor und während der Corona-Pandemie. Die erste Hälfte des Akademischen Jahres 2019/2020 verlief, „trotz des Brexits am Horizont“, international erfolgreich. Studierende und PH-Angehörige nutzten die Austauschmöglichkeiten intensiv. Kürzere Formate erfreuten sich großer Beliebtheit, wie zum Beispiel Aufenthalte von PH-Studierenden in Taiwan und Israel. Daneben wurden erfolgreich Gelder für Mobilitätsprojekte eingeworben – „fast 300.000 Euro allein für den Austausch für Studium, Praktika und Lehraufenthalte im Jahr 2019/2020.“

Ab März allerdings habe das Krisenmanagement klar im Vordergrund gestanden, resümierte Becker. Trotz dessen gab es weiterhin internationalen Austausch. Physisch und in virtueller Form. Für letztere sei die Zeit günstig gewesen: „In der nächsten Programm-Generation von Erasmus, die 2021 startet, war ohnehin geplant, mehr Personen mithilfe virtueller und gemischter Formate am internationalen Austausch teilhaben zu lassen.“ Die Hauptherausforderung der Zukunft werde es daher sein, die Formate sinnvoll zu verknüpfen.

Erfolge und Herausforderungen

„Das gleichstellungspolitische Akademische Jahr 2019/2020 zeichnete sich sowohl durch viele Erfolge als auch Herausforderungen aus“, fasste die Gleichstellungsbeauftragte, Privatdozentin Dr. Gabriele Theuer, zusammen. So konnten 2020 – dank des erfolgreichen Antrags im Professorinnenprogramm von Bund und Länder, verbunden mit dem verliehenen Prädikat „Gleichstellung: Ausgezeichnet!“ – vier zusätzliche Berufungsverfahren für die Erstberufung einer Wissenschaftlerin durchgeführt werden, wodurch sich der Professorinnenanteil ab 2021 signifikant erhöhen wird. Ein weiterer wichtiger Baustein der Gleichstellungsarbeit war die Erweiterung des digitalen Kursangebots „Let’s talk about Gender: Genderkompetenz in der Schule“ für Lehrende und Studierende.

Ebenso wie die Internationalisierung befand sich die Gleichstellung ab März im Krisenmodus. „Es ging darum, Möglichkeiten der Entlastung und zur Gestaltung einer fairen Lehre für Studierende und Lehrende mit familiären Verpflichtungen zu finden“, so Theuer. Denn gerade diese Gruppe bekam durch den Einschnitt bei der Kinderbetreuung und die Umstellung auf digitale Lehre eine schwere Bürde auferlegt. Die hier gewonnenen Erkenntnisse sollen bei der Erstellung des neuen Struktur- und Entwicklungsplans berücksichtigt werden und zu einer nachhaltig geschlechtergerechten Lehre und Personalentwicklung an der PH beitragen.