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Girls‘ Digital Camps machen Schülerinnen fit für die digitale Zukunft

Sie habe neue Dinge gelernt und dabei sehr viel Spaß gehabt, sagt die Siebtklässlerin Nora am Ende des Modellprojekts Girls‘ Digital Camps, das von Oktober 2018 bis Oktober 2020 vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau in zunächst fünf Regionen in Baden-Württemberg gefördert wurde. Damit zieht sie ein ebenso positives Fazit wie Prof. Dr. Lars Windelband, Projektverantwortlicher an der Pädagogischen Hochschule (PH) Schwäbisch Gmünd: „Wenn die Mädchen durch das Projekt gegenüber Technik und Informatik nun ein wenig offener sind, haben wir viel erreicht.“ Denn mit den insgesamt 16 Kursen mit vier Schwerpunkten, die in Zusammenarbeit mit der Gmünder Wissenswerkstatt EULE ausgerichtet wurden, habe man „Mädchen für digitale Fragestellungen begeistern und sie zum Umdenken animieren“ wollen.

Zusammen ausprobieren und Ideen umsetzen: Zwei Mädchen tobten sich beim Projekt Girls‘ Digital Camps digital aus.

Zusammen ausprobieren und Ideen umsetzen: Die Mädchen konnten sich beim Projekt Girls‘ Digital Camps digital austoben.

Logos der Beteiligten des Modellprojekts Girls' Digital Camps

Hierfür konnten sich Schülerinnen der Klassen 6 bis 10 bei den Camps digital austoben: beim Herstellen eines individuellen Schlüsselanhängers per 3D-Druck, beim Fertigen einer nachhaltigen, ansprechenden und stabilen Verpackung für eine Eulenfigur aus Schokolade oder beim Programmieren eines Spiels rund um die Fledermaus, die Dreh- und Angelpunkt der Camps war.

Die Camps, bei denen PH-Studierende mitarbeiteten, kamen gut an bei den Mädchen. Während der Veranstaltungen in der Gmünder EULE probierten die Mädchen aus, diskutierten und setzten eigene Ideen um. „Bis März“, sagt Organisatorin Ann-Katrin Krebs von der PH, „dann kam Corona.“

„Das hat uns tatsächlich erst mal vor ein Riesenproblem gestellt“, erzählt Krebs. Gut, dass die Mädchen mittlerweile digital erprobt waren: Die restlichen Kurse wurden kurzerhand in den virtuellen Raum verlegt. So konnten die Mädchen in der „Role Model Woche“ Frauen in Berufen der Digitaltechnik mit Fragen löchern und so einen Einblick in deren Arbeitsalltag erhalten. „Wir wollten den Mädchen mögliche Zukunftsberufe in dem Bereich zeigen und dass es eben keine typischen Frauen- oder Männerberufe gibt“, erklärt Windelband.

Die Online-Umsetzung klappte sehr gut und die Mädchen waren nach wie vor mit Feuereifer dabei. „Die Mädchen haben uns sogar Bilder ihrer Projekte geschickt“, schildert Ann-Katrin Krebs. Und auch Professor Windelband freut sich über das Engagement der Teilnehmerinnen: „Den Erfolg des Projekts kann man an den Gesichtsausdrücken der Mädchen messen, wenn sie Spaß und Freude daran hatten.“

Einen weiteren Mehrwert bietet das Projekt in Form einer Materialsammlung, die mit dem Partner Klett MINT Verlag zusammengestellt wurde. Die Sammlung ist ab sofort frei zugänglich und kann von allen Interessierten, wie z. B. Lehrkräften im MINT-Bereich, genutzt werden. Außerdem werden die gewonnenen Erkenntnisse nachhaltig in die Lehramtsausbildung im Fach Technik implementiert, verspricht Professor Windelband.

Info:

Ausblick

Von Januar 2021 bis September 2023 werden die Angebote aus dem Modellprojekt in einer Transferphase nun professionalisiert, auf alle zwölf Regionen in Baden-Württemberg ausgerollt und fest in der Bildungslandschaft des Landes implementiert. Zudem werden die bestehenden Angebote weiterentwickelt, um neue Themen ergänzt und als Dachmarke „Girls‘ Digital Camps“ verstetigt. Dabei gehen erfahrene Projektträger aus der Modellphase einen Verbund mit neuen Projektträgern ein und sichern auf diese Weise einen optimalen Wissens- und Erfahrungstransfer.

Weitere Informationen zu den Girls‘ Digital Camps Transfer

Bei den Girls‘ Digital Camps Transfer erhalten Mädchen und junge Frauen der Klassenstufen 6 bis 8 konkrete Einblicke in digitale Anwendungen und Berufsfelder. Die Teilnehmerinnen stärken durch das praktische Erleben ihr Selbstbewusstsein im Umgang mit und in der Gestaltung von digitaler Technik und erleben, wie vielfältig, kreativ, zukunftsorientiert und gesellschaftlich relevant digitale Anwendungen und Berufe sind.
Die Girls‘ Digital Camps werden als modulares Angebot in Kooperation mit Schulen und Unternehmen angeboten und um Berufsorientierungsangebote ergänzt. Dabei sollen insbesondere auch Schülerinnen erreicht werden, die bislang noch nicht mit der Digitalisierung und den Treiberberufen der Digitalisierung in Berührung gekommen sind. Die Inhalte der Camps orientieren sich dabei gezielt an der Lebenswelt und den Interessen der jungen Frauen.

Mit den Girls‘ Digital Camps wird die Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ weiter ausgebaut. Die Landesinitiative und das Bündnis „Frauen in MINT-Berufen“ verfolgen mit insgesamt 59 Partnern das Ziel, mehr Frauen für eine Ausbildung oder einen Beruf in den Arbeitsbereichen rund um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu gewinnen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.girls-digital-camps.de

www.wm.baden-wuerttemberg.de

www.mint-frauen-bw.de