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Vielfalt leben und lehren: Virtueller Austausch zwischen der PH Schwäbisch Gmünd und Benin

Die Corona-Pandemie wirbelt vieles durcheinander – besonders den internationalen Austausch: So fiel nun im Sommersemester der virtuelle Startschuss für die Autumn School, die im vergangenen Herbst für Studierende des Masterstudiengangs „Germanistik und Interkulturalität/Multilingualität“ der Pädagogischen Hochschule (PH) Schwäbisch Gmünd und angehende Deutschlehrkräfte der Université d’Abomey Calavi und der École Normale Supérieure (ENS) aus Benin zum Thema „Sprachliche und kulturelle Vielfalt leben und lehren“ durchgeführt werden sollte.

Screenshot des Tandemseminars

Virtuelle Völkerverständigung zwischen Schwäbisch Gmünd und Benin: Das Tandem-Seminar „Sprachliche und kulturelle Vielfalt leben und lehren“ macht’s möglich.

Während des Semesters verabreden sich die Studierenden zu individuellen Treffen, in denen sie sich auf Deutsch oder Französisch zu konkreten Themen austauschen – z.B. über den Fremdsprachenunterricht in den beiden Ländern oder über Religion, Flucht, Migration und Kolonialismus. „Dank des geringen Zeitunterschieds von nur einer Stunde ist das problemlos möglich“, freut sich Dr. Monika Becker, Leiterin des Akademischen Auslandsamts der PH Gmünd.

In regelmäßigen Gruppensitzungen reflektieren die Studierenden mit ihren Lehrenden, was sie Neues gelernt haben. PH-Lehrbeauftragte und Benin-Kennerin Friederike Heinz veranstaltet das Seminar. Ihre ersten Erfahrungen sind trotz kleinerer Anlaufschwierigkeiten positiv: „Da nicht alle Studierenden der ENS selbstverständlich zu Hause Zugang zum W-LAN haben, sondern zum Campus müssen, ist es mit der Flexibilität und Terminfindung nicht einfach gewesen.“ Mittlerweile seien kreative Lösungen gefunden worden. So schickten sich die Tandem-Partner*innen gegenseitig kurze Filme über ihren Alltag oder Sprachnachrichten und lernten so die Lebensrealität ihrer Austauschpartner*innen kennen. Das wirke sich auch auf die Kommunikation in der Fremdsprache aus, bestätigt Dr. Regis Guezodje, Leiter der Deutschabteilung der ENS Porto-Novo: Die Studierenden seien bei der Anwendung der deutschen Sprache schon viel selbstbewusster geworden. Solche Projekte könnten einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung leisten, betonte der Koordinator auf beninischer Seite im Rahmen der Auftaktveranstaltung.

Prof. Dr. Daniel Rellstab, Leiter des Masterstudiengangs Germanistik und Interkulturalität/Multilingualität und Prorektor für Forschung, Internationales und Digitalisierung, schätzt an dem Format besonders, dass Studierende aus sehr unterschiedlichen Kulturen auf Augenhöhe mit- und voneinander lernen können: „Die Studierenden werden im Austausch Menschen kennenlernen, deren Leben sich von dem ihrem vielleicht radikal unterscheidet, vielleicht in Vielem aber auch gleicht. Und sie werden die Erfahrung machen, dass intensive Interaktion über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg enorm bereichernd ist.“

Das Tandem-Seminar wird von der Baden-Württemberg-Stiftung finanziert. Christina Pfannkuchen von der Baden-Württemberg-Stiftung stellte bei der Auftaktveranstaltung die Möglichkeiten des Baden-Württemberg-Stipendiums vor, die die Stiftung für Austauschprojekte insbesondere zwischen Baden-Württemberg und afrikanischen Staaten bietet. Die PH Schwäbisch Gmünd pflegt einen regen Austausch mit der Université d’Abomey Calavi und der ENS von Benin. Sie ist damit eine der wenigen Hochschulen in Deutschland, die über eine Hochschulpartnerschaft mit dem westafrikanischen Land verbunden ist, das sich durch eine große sprachliche, kulturelle und religiöse Vielfalt auszeichnet.