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Literatur aus erster Hand – vom Autorenschreibtisch in die Studierzimmer

„Von der Idee zum Bilderbuch“ war das Thema des sechsten virtuellen Werkstattgesprächs aus der Bilderbuchwerkstatt der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. In diesem Rahmen gab Tobias Krejtschi über 200 Interessierten spannende Einblicke in seine Arbeit als Bilderbuchillustrator.

Illustration zum Bilderbuch „Die Brück‘ am Tay

Tobias Krejtschi zeigte beim sechsten Werkstattgespräch der Bilderbuchwerkstatt der PH Schwäbisch Gmünd, wie die Illustrationen zum Bilderbuch „Die Brück‘ am Tay“ entstanden sind.

Kurzweilig und humorvoll zeigte der Autor in der knapp 90-minütigen Veranstaltung Studierenden und Interessierten Stadien des Entstehungsprozesses seiner Illustration für Fontanes „Die Brück´ am Tay“ – ein Bilderbuch, das 2020 im Kindermann Verlag in der Reihe "Poesie für Kinder" erschienen ist. Die von Theodor Fontane verfasste dramatische Ballade thematisiert das tragische Zugunglück im Jahre 1879 nahe der Mündung des schottischen Flusses Tay.

Nach einer intensiven Textanalyse, frühen Farbentwürfen und ersten Gliederungsversuchen bildeten Recherchen zum historischen Kontext eine wichtige Grundlage für die Bildentstehung, so der Illustrator. Seine Hexen-Figuren als Anspielung auf die für das Unglück verantwortlichen Elemente Feuer, Wasser und Wind verweisen mit Steampunk-Elementen auf das viktorianische Zeitalter sowie den technischen Fortschritt. Auch weitere versteckte Hinweise im Bild gab der Autor preis – wie die Porträts zu den Machern der Bücher.

Am klassischen Stoff zeigte Krejtschi mit seiner bildlichen Interpretation, dass selbst aus vermeintlich Altem und schwer Zugänglichem, wie einer Ballade aus dem 19. Jahrhundert, ein Bilderbuch für Groß und Klein werden kann. Die Studierenden nutzten gerne das Angebot, Fragen zu stellen: zum Beispiel zu Krejtschis Workshops an Schulen, in denen er oftmals schwierige Themen wie Würde gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aufbereitet. Darüber hinaus gab er als Experte Empfehlungen für Bücher, die sich für den schulischen Einsatz eignen: „Meine Mutter, die Fee“ behandle beispielsweise das Thema Depression kindgerecht.

Auch beim mittlerweile sechsten Werkstattgespräch konnten, dank der Förderung des Deutschen Literaturfonds, angehende Lehr- sowie Fachkräfte im Elementarbereich für ein Medium begeistert werden, das weit über das klassische Bilderbuchalter hinaus Lernchancen biete, freute sich Dr. Eva-Maria Dichtl vom Bilderbuchzentrum der PH.