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Herausforderung gesunde Ernährung

Ernährung spielt in unserem Alltag eine große Rolle. Vielen Menschen ist es wichtig, sich ausgewogen zu ernähren. Allerdings orientieren sich die Ernährungsgewohnheiten oftmals wenig an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Wie sich die Hochschulangehörigen der Pädagogischen Hochschule (PH) Schwäbisch Gmünd – also Studierende und Beschäftigte – ernähren, untersuchte Carolin Nössler an der Abteilung Ernährung, Konsum und Mode der PH in drei Teilstudien im Rahmen ihrer Dissertation.

Carolin Nössler nach ihrer Disputation

In Teilstudie A analysierte Nössler den Lebensmittelverzehr sowie die Energie- und Nährstoffzufuhr. Dabei stellte sie fest, dass alle Hochschulangehörigen zu wenig Gemüse, Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln zu sich nehmen, außerdem zu wenige Ballaststoffe, dafür aber zu viel Süßes und Knabberzeug. Die Empfehlungen für Kohlenhydrate und die Vitamin- und Mineralstoffzufuhr werden hingegen von allen Gruppen weitestgehend erreicht. Geschlechterunterschiede konnte Nössler nur zum Teil verzeichnen: Männer konsumierten zu viel Fleisch- und Wurstwaren, während Frauen, aber wiederum auch männliche Beschäftigte, zu viele fetthaltige Lebensmittel verzehrten. Nössler folgert, „dass die bereits aus der Bevölkerung bekannten Ernährungsmuster und -defizite auch bei den Hochschulangehörigen bestehen“. Es gelte daher, den Gemüse- und Obstverzehr zu erhöhen und den Fleischkonsum zu senken.

Tatsächlicher vs. wahrgenommener Gemüseverzehr

Weiter nahm Carolin Nössler in Teilstudie B den Zusammenhang zwischen Gemüsekonsum, Verzehrempfehlung und Selbsteinschätzung unter die Lupe. Rund 65 Prozent der Hochschulangehörigen wissen um die Empfehlung, fünf Portionen Gemüse am Tag zu konsumieren. Etwa ein Drittel schätzt sich selbst so ein, die Empfehlung umzusetzen. Dabei erreichen tatsächlich nur rund sieben Prozent die Menge der empfohlenen Portionen. Bei beiden Gruppen, Beschäftigten und Studierenden, zeigte sich eine Diskrepanz zwischen dem tatsächlichen und dem wahrgenommenen Gemüseverzehr. Nössler sieht vor allem bei denjenigen Potenzial, ihre Ernährung entsprechend zu ändern, die sich selbst einen ausreichenden Gemüsekonsum attestieren. „Sie wissen nicht, dass ihr Gemüseverzehr zu gering ist.“ Das Problem sei auch nicht fehlendes Wissen hinsichtlich der Empfehlung, sondern dass es Hochschulangehörigen Schwierigkeiten bereite, die Menge an Gemüse, die eine Portion ausmacht, richtig einzuschätzen.

Gesundheitsfördernde Hochschulernährung schwer zu etablieren

Da sowohl Studierende als auch Beschäftigte viel Zeit an der Hochschule verbringen, wurde vor Ort angesetzt: In der Mensa wurden Menüs angeboten, die nach dem DGE-Qualitätsstandard für die Betriebsverpflegung entwickelt wurden und mehr Gemüse enthielten. Die Auswertungen von Teilstudie C zeigten aber keine Veränderung des Essverhaltens der Hochschulangehörigen, die auf die erweiterte Auswahl zurückzuführen ist. Dies könnte aber auch beispielsweise daran gelegen haben, dass nur eine von vier angebotenen Hauptmahlzeiten überarbeitet wurde oder die Hochschulangehörigen die Mensa seltener als der Bundesdurchschnitt aufsuchten. „Die Arbeit von Frau Nössler zeigt die Notwendigkeit nach einer lebensweltbezogenen praxisorientierten Auseinandersetzung mit dem Thema Gemüse sowie einer Umsetzung von verhältnispräventiven Maßnahmen“, sagt Betreuerin Prof. Dr. Petra Lührmann.