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Raus aus der Komfortzone – WG-Gründung in der Pandemie

Gemeinsam kochen, zusammen lernen, sich wegen des Putzplans zanken oder lustige WG-Abende verbringen – ganz normaler Studienalltag eben. Aber was war in den vergangenen anderthalb Jahren schon normal? Vorlesungen und Seminare liefen meist online ab und sich mit anderen ungezwungen auszutauschen, fiel schwerer denn je. Mitten in dieser Situation eine WG (Wohngemeinschaft) gründen? Mit Menschen, die man vielleicht ein-, zweimal zuvor „live“ gesehen hat?
Constance Faulhaber, Jule Otto und Dana Lauenroth, Studentinnen im 3. Semester Grundschullehramt, wagen es: Sie haben sich während der Pandemie kennengelernt, vernetzt und nun eine WG in Schwäbisch Gmünd gegründet.

Auf dem Foto stehen drei junge Frauen Arm in Arm auf einer Wiese vor einem Baum.

Jule Otto, Dana Lauenroth und Constance Faulhaber (v. l.) haben sich während der Corona-Pandemie im Studium kennengelernt und nun eine WG gegründet.

„Dana wohnte gegenüber von mir im Studentenwohnheim. In einer Breakout-Session habe ich mich überwunden, sie anzusprechen“, erzählt Constance Faulhaber, wie die Freundschaft seinen Lauf nahm. Danach sind die zwei regelmäßig zusammen spazieren gegangen. Und die Dritte im Bunde? „Bei den virtuellen Ersti-Tagen wurden für einzelne Fächer Whats-App-Gruppen erstellt. Danach gab es ein virtuelles Meeting, in dem ich Dana kennengelernt habe. Am Ende des Semesters haben sich einige aus der AuG-Gruppe (Alltagskultur und Gesundheit) an der PH getroffen, wo ich Dana zum ersten Mal im ‚echten‘ Leben gesehen habe“, berichtet Jule Otto.

Wöchentliche Zoom-Meetings

Alle drei haben sich dann erst nach einer Prüfung kennengelernt. „Wir standen noch ewig zusammen und haben uns direkt verquatscht“, erinnert sich Jule Otto. Auf digitalem Wege war es für die Studentinnen ein Leichtes in Kontakt zu bleiben. Jeden Dienstagabend trafen sie sich per Videokonferenz, um sich über das Studium auszutauschen, aber auch um über private Dinge zu sprechen. „Das hat jedes Mal gutgetan“, sagt Constance Faulhaber, und Jule Otto stimmt ihr zu: „Ich hatte das Gefühl, nicht mehr alleine zu sein.“

Einfach wagen

Den Plan eine WG zu gründen und nach Schwäbisch Gmünd zu ziehen, habe es von Anfang an gegeben. Immerhin war auch ein „Live-Treffen“ mit etwas Aufwand verbunden, da die Lehramtsstudentinnen ursprünglich aus den Landkreisen Tuttlingen, Esslingen und Ravensburg kommen. Den endgültigen Anstoß gab dann die Entscheidung für den fürs Wintersemester geplanten Präsenzbetrieb an der Hochschule.

Allzu große Bedenken, ob ein Zusammenleben klappt mit Menschen, die man nur rund viermal getroffen hat, haben sie nicht. „Ich glaube, man muss es einfach ausprobieren“, sagt Jule Otto. Ihre künftige Mitbewohnerin Constance Faulhaber sieht es ähnlich: „In der jetzigen Situation sollte man solche Experimente einfach wagen und aus seiner Komfortzone herauskommen.“ Dieser Wagemut hat sich für die drei Studentinnen bisher ausgezahlt. Sie haben neben Hilfe und Unterstützung beim Studium auch neue Kontakte und Freunde gefunden. Daher legen sie allen Studierenden ans Herz, sich zu trauen, mit anderen Kommilitoninnen und Kommilitonen in Kontrakt zu treten. „Auch wenn das manchmal viel Überwindung kostet, sitzen wir doch alle im selben Boot“, so Jule Otto. Sie freut sich nun vor allem darauf, mit ihren Mitbewohnerinnen bei ihren Dienstagstreffen live am Küchentisch zu sitzen, zusammen zu studieren und auf gemeinsame Kochabende – eben auf „ein richtiges Studentenleben“.