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Mit Trost und Dank das Ende bewältigen

Franz Josef Wetz, Professor für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, hat sich am 25. Januar mit seiner Vorlesung über „Das Ende“ von der Hochschulöffentlichkeit verabschiedet. Der bis auf den letzten Platz gefüllte Hörsaal 1 erlebte eine zweistündige Veranstaltung, die der Wetzschen Tradition nach Tiefe und Unterhaltung seiner Vorlesungen mehr als gerecht wurde – und dies exakt 30 Jahre nach seiner Ernennung zum Professor in Schwäbisch Gmünd.

Nach einer Begrüßung durch Studiendekan Prof. Dr. Timo Stiller sowie einem Rückblick durch Kanzler Edgar Buhl auf die gemeinsamen Arbeitsjahre fasste Prof. Dr. Andreas Benk das Werk und Schaffen des zukünftigen Emeritus zusammen. Die Zusammenfassung glich dabei einer Entlarvung, da er Wetz‘ Werk derart pointiert zu einem in sich stimmigen Kreis offenlegte, dass es dem Gewürdigten selbst unheimlich erschien. Nach äußerst unterhaltsamen, sogar filmischen Einblicken aus dem Prüfungsamt, dem Professor Wetz jahrzehntelang vorstand, und einer leidenschaftlichen Leidensbekundung der für Wetz arbeitenden Tutoren, ergriff dann „zum Ende“ der Gewürdigte mit seiner Abschiedsvorlesung selbst das Wort.

Einem Abschied angemessen beinhaltete diese natürlich den Rückblick auf den Anfang als auch die damit verbundene Melancholie über die Bewusstwerdung einer unwiederbringbaren, tatsächlich einmaligen Zeit. Wie immer schaffte es Wetz aber auch dieses Mal zum Ende, einem wahren Lebensphilosophen angemessen, das Auditorium nicht ratlos zurückzulassen – selbst wenn er seine eigene Ratlosigkeit über die anscheinend zunehmende „Unverblüffbarkeit“ seiner Studierenden nicht verhehlen konnte. Wieder verleitete ihn die als persönliche Provokation verstandene „Unverblüffbarkeit“ aber keinesfalls zur Resignation, sondern in bekannter Art und Weise als Ansporn, dieser das Staunen entgegenzusetzen. Das Staunen über die Lebenswelt und das Weltall, das es sich, einem stauenden Kinde gleich, zu erhalten gelte, um das Ende mit Trost und Dankbarkeit eben nicht allein zu ertragen, sondern exzessiv zu zelebrieren.

Die Veranstaltung wurde durch Franziska Jehle musikalisch abgerundet, der sich Wetz wie auch seinem langjährigen Tutor Thomas Fingerlin zu besonderem Dank verpflichtet sah – ebenso wie seinen Tutoren der letzten 30 Jahre, die allesamt persönlich anwesend waren. So wurde am Ende tatsächlich auch klar, was für ihn seit jeher im Fokus seiner Forschung und Lehre stand: Die Wirkung und eben nicht die Geltung. Bevor sich angesichts dieser Erkenntnis aber wiederum Melancholie im Auditorium ausbreiten konnte, wurde die gesamte Zuhörerschar in Hörsaal 3 zum gemeinsamen Buffet und Umtrunk gebeten, was dann aber wirklich auch das Ende einer tatsächlich nachhaltigen und sicher auch lang nachwirkenden Veranstaltung bedeutete.