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Lehrkräftebildung im gesellschaftlichen Wandel: Wissenschaftsministerin Petra Olschowski im Gespräch an der PH Schwäbisch Gmünd
v.l.n.r.: Domenic Böttger, Ministerin Petra Olschowski, Prof. Dr. Helmar Schöne. Bildquelle: PH Schwäbisch Gmünd
Die Ministerin im Sofatalk zu Entwicklungen in der Lehrkräftebildung. Bildquelle: PH Schwäbisch Gmünd.
Dabei diskutierte die Ministerin im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Politikwissenschaft im Gespräch“ mit Professor Schöne, dem Lehramtsstudenten Domenic Böttger sowie dem Publikum über die Perspektiven einer zukunftsfähigen Lehrkräftebildung. Im gut gefüllten Hörsaal ging es nicht nur um zentrale gesellschaftliche Herausforderungen wie Demokratiebildung oder künstliche Intelligenz, sondern auch um ganz konkrete Reformideen: Wie lassen sich Theorie und Praxis im Lehramtsstudium noch besser verzahnen und welche neuen Ansätze zur Steigerung der Attraktivität des Lehramtsstudiums gibt es?
Ministerin Olschowski betonte, wie wichtig ihr der direkte Austausch mit den Studierenden sei – jenseits von offiziellen Gremien. Die Studierenden brachten viele eigene Anliegen in die Diskussion ein, beispielsweise zur Armutsgefährdung von Studierenden oder den Wunsch, nicht nur einmal jährlich ins Referendariat wechseln zu können. Die Ministerin berichtete von ihrer engen Zusammenarbeit mit der Kultusministerin in Fragen des Lehramtsstudiums und über aktuelle Reformvorhaben, etwa den Modellversuch eines dualen Studiums, um mehr Lehrkräfte zu gewinnen. Die Studierenden forderte Frau Olschowski auf, sich aktiv für die so genannte verfasste Studierendenschaft einzusetzen. Nicht allen Parteien im Landtag sei die studentische Mitbestimmung in den Hochschulen ein wichtiges Anliegen.
Ein zentrales Thema war auch die Rolle der Pädagogischen Hochschulen im Bildungssystem. Die Ministerin hob die Stärken des Lehramtsstudiums in Baden-Württemberg hervor, bei dem Praxisphasen und Fachdidaktik fester Bestandteil der Ausbildung sind. Die Pädagogischen Hochschulen seien dabei wichtige Ansprechpartner für die Bildungspolitik und sollten künftig noch stärker als Impulsgeber für öffentliche Debatten fungieren. Professor Schöne tat dies gleich mit einem engagierten Plädoyer für die Stärkung der Demokratiebildung in den Schulen und Hochschulen. „So wie wir vor einigen Jahren auf den Mangel an Ingenieuren und Ingenieurinnen mit mehr Bildung in den Naturwissenschaften und Mathematik reagiert haben, so sollte eine Antwort auf die Herausforderungen unserer Demokratie in der Gegenwart mehr Demokratiebildung sein“, führte er aus.
Der Sofatalk, der mit anhaltendem Applaus aus dem Publikum endete, machte deutlich, wie wichtig der direkte Dialog zwischen Politik, Hochschulen und Studierenden ist – gerade auch mit Blick auf die Zukunft der Lehrkräftebildung in einer sich wandelnden Gesellschaft.