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Produktion im Wandel der Zeit
Dabei erlebten die Studierenden, wie historische Produktionsprozesse heute noch die Grundlage moderner Technik bilden. Während der Führung erläuterte Annemarie Wiener die historischen Fertigungsprozesse der Ott-Pauserschen Fabrik und ordnete sie in den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kontext der damaligen Zeit mit ihren etablierten Firmen und Fachrichtungen ein. Die Produktion umfasste vor allem Schmuck, Kunstgegenstände und Geschirr. „Historische Produktionsprozesse vor Ort zu erleben, macht technische Zusammenhänge anschaulich“, so Jochen Pfeifer. „Unsere Studierenden sehen hier, wie sich Fertigungsverfahren entwickelt haben und welche Ideen hinter heutigen Technologien stehen.“
Wiener zeigte den Studierenden exemplarisch zentrale Fertigungsschritte. Sie demonstrierte, wie der Werkstoff Alpaka – eine Legierung aus Nickel, Zinn und Kupfer – auf einer Drückmaschine schrittweise in Form gebracht wird. Da sich das Metall beim Umformen verhärtet, musste es zwischen einzelnen Arbeitsschritten immer wieder weichgeglüht werden, um Risse zu vermeiden. Auch komplexere Formen, etwa Gefäße mit Hinterschneidungen, ließen sich mit speziellen Formdornen fertigen.
Die Studierenden erhielten außerdem Einblicke in die historische Energieversorgung der Maschinen: Eine zentrale Antriebswelle übertrug die Kraft über Lederriemen auf die einzelnen Werkzeugmaschinen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Herstellung der Werkzeuge selbst. Gesenke für die Blechumformung entstanden aus Stahl in präziser Handarbeit. In mehreren Arbeitsschritten wurden die Bauteile anschließend gepresst, geglüht, gesägt, geschliffen, verlötet, versilbert und poliert. So entstanden Schmuckstücke, Geschirr und Kunstgegenstände, die wie aus einem Guss wirken – obwohl sie aus vielen Einzelteilen bestehen und zahlreiche Fertigungsschritte durchlaufen haben.