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Vernetzt. Erfolgreich. Einsam.

Ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland ist zeitweise einsam. Dabei fühlen sich auch sehr gut vernetzte und erfolgreiche Menschen einsam, insbesondere weil viele Kontakte nicht automatisch echte Nähe bedeuten. Auf diesen nur scheinbaren Widerspruch wies Prof. Dr. Marlen Niederberger, Studiengangsleiterin Gesundheitsförderung und Präventation an der PH Schwäbisch Gmünd, in ihrer Keynote auf dem Female Brilliance Event zum Motto „#WieEinsamMachtErfolgWirklich: Was können die Sport- und Finanzwelt voneinander lernen?" am DFB-Campus Frankfurt Ende April hin.

Prof. Dr. Marlen Niederberger (Quelle: DFB/Teresa Kilian)

Menschen mit viel beruflicher Verantwortung haben außerdem oft weniger enge Vertraute, während gleichzeitig Druck und Selbstzweifel steigen. Gesellschaftliche Erwartungen, stark und unabhängig zu wirken, führen unabhängig von der Position oft dazu, dass viele Menschen ihre Einsamkeit nicht offen ansprechen. Während Sport in der Gruppe eigentlich in gewissem Maße vor Einsamkeit schützt, zeigt sich im Leistungssport oftmals der gegenteilige Effekt: Häufige Reisen, die Distanz zu Familie und Freunden und hoher Leistungsdruck bei gleichzeitig hoher Hemmschwelle, über Einsamkeit zu sprechen, verstärken die Einsamkeitsgefahr. 

Niederberger macht klar: Gegen Einsamkeit kann man nicht allein vorgehen, es braucht die ganze Gesellschaft. Um sie zu verringern, zählen echte Verbindungen, lokale Angebote und offene Gespräche. Dafür sind vor allem mehr Wissen, gezielte Forschung und gesellschaftliche Maßnahmen nötig.