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Mehrsprachigkeit als Schatz im pädagogischen Alltag
1. Ein Wort – viele Sprache
Wenn Sie gemeinsam ein (Bilder-)Buch oder eine Geschichte gelesen haben, greifen Sie anschließend doch einmal einen zentralen Begriff aus der Geschichte auf und fragen, wie das Wort in den Familiensprachen der Kinder heißt. Gemeinsam kann daraus eine bunte Wort-Schlange für den Gruppenraum entstehen: eine Bedeutung und doch viele unterschiedliche Möglichkeiten, diese auszudrücken. Besonders toll und kognitiv anregend: Hier treffen gesprochenes Wort und Schriftbild aufeinander. Und wer bei der Aussprache unsicher ist, darf die Kinder als Sprachexperten und -expertinnen fragen!
2. Gemeinsames Sprachenvielfalts-Poster
Noch bis zum 15. Oktober können Sie mit Ihrer Kindergruppe beim Posterwettbewerb des Europäischen Fremdsprachenzentrums des Europarats (ECML) mitmachen. Machen Sie sich gemeinsam Gedanken, was das Verbindende in der Sprachen-Vielfalt ist und bringen Sie es aufs Papier! Vielleicht haben die Kinder auch konkrete Wünsche und Ideen für ein gutes Miteinander verschiedener Sprachen?
3. Redewendungen entdecken:
Verschiedene Sprachen beschreiben die Welt nicht immer auf dieselbe Weise, das zeigt sich besonders bei Redewendungen. Vergleichen Sie gemeinsam verschiedene Redewendungen und kommen Sie ins Gespräch über Sprache, Denk- und Ausdrucksweisen. Anregungen finden Sie auf der offiziellen Webseite des Europäischen Fremdsprachenzentrums des Europarats (ECML).
Zugang zu Kultur und Menschen
Der Europäische Tag der Sprachen muss kein einmaliger Aktionstag bleiben. Vielmehr kann er Anlass sein, die sprachliche Vielfalt der eigenen Kita oder Schulklasse zu entdecken und den Sprachen der Kinder auch im sonstigen pädagogischen Alltag mehr Raum zu geben. Denn Sprache ist weit mehr als ein Mittel zur Verständigung. Sie eröffnet Zugänge zu Menschen, Kulturen und Geschichten. Sie prägt, wie wir die Welt begreifen und gehört ganz wesentlich zu unserer Identität. Wer in mehreren Sprachen zuhause ist, verfügt über ein breites sprachliches Repertoire, kann flexibel zwischen Sprachsystemen und Denkwelten wechseln. Wertschätzung und Förderung von Mehrsprachigkeit sind daher inzwischen bundesweit wichtiges Bildungsziel im frühkindlichen Bildungsbereich. Die meisten Bildungs- und Orientierungspläne der Länder fordern, nicht nur die deutsche Sprachentwicklung in den Blick zu nehmen, sondern auch die Familiensprachen der Kinder gezielt in den pädagogischen Alltag einzubeziehen, denn sie bilden das Grundgerüst zum Erlernen jeder weiteren Sprache.
Zertifikatsstudium
Das Zertifikatsstudium „Sprachpädagogik – Für Sprache profilieren“ an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd vermittelt in einem einem zweisemestrigen, berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengang pädagogischen Fachkräften, wie sie die sprachliche Entwicklung von Kindern systematisch begleiten und ihre sprachpädagogische Arbeit für ein- und mehrsprachige Kinder weiterentwickeln. Für pädagogische Fachkräfte aus baden-württembergischen Kindertageseinrichtungen ist es kostenfrei. Weitere Informationen