Tagungen

Musik übt oftmals eine eindrückliche Wirkung auf Menschen aus. Sie bewegt mitunter zutiefst und kann zu einem gewaltigen  Erlebensraum werden – diese Macht kommt ihr unabhängig von Stilrichtungen und Genres zu. In vielfältiger Weise werden mit und durch Musik emotionale Zustände verarbeitet oder zum Ausdruck gebracht. 

Es werden aber auch zahlreiche Aspekte von Macht und Gewalt in der Musik selbst verarbeitet: Musik kann im Dienst von  Macht und Gewalt funktionalisiert werden oder zu Widerstand dagegen auffordern. Sie kann als Folie für das Darstellen, Widerspiegeln, Konsolidieren, Kritisieren und Unterlaufen von Macht dienen – in verschiedenen Zeiten, Epochen, Kulturen und Genres sowie auf den Ebenen von Produktion und Rezeption und im pädagogischen Bereich.

Insgesamt finden sich zahlreiche diskussionswürdige Facetten zum Tagungsthema, die durch die drei gedanklichen Säulen strukturiert werden:
• Musik Macht Gewalt – Macht Musik Gewalt?
• Gewalt – Ambivalenzen im Wahrnehmen und Handeln
• Machtstrukturen in musikpädagogischen Kontexten

Diese Aspekte werden multiperspektivisch verhandelt. In den Diskurs treten ein Psychoanalytiker, eine Musikpsychologin, ein Musikwissenschaftler, ein Mediensoziologe, eine Literatur-
wissenschaftlerin, eine Musiksoziologin, eine Musikpädagogin und eine Musikdidaktikerin sowie Studierende. Es ist ein Anliegen der Tagung für das gesellschaftspolitisch relevante Thema zu sensibilisieren und Diskussionsräume für alle Anwesenden zu öffnen. Das Abendprogramm lädt mit einer themenbezogenen Lesung dazu ein, über das wissenschaftliche Denken hinauszugehen und in die emotionale Welt der Literatur einzutauchen, denn „Musik überhaupt ist etwas Furchtbares!“.

© Erika Pircher