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Aktuelle Forschungsprojekte von Dr. Uwe Heim-Dreger

Implizite Diagnostik gesundheitsbezogener Einstellungen von Kindern

Fragestellung und Zielsetzung
Es sollen computergestützte experimentelle Paradigmen der kognitiven Psychologie zur Analyse automatischer (d.h. rasch ablaufender, kaum kontrollierbarer) Verarbeitungsprozesse fortentwickelt werden, um diese zur Diagnostik gesundheitsbezogener Einstellungen bei Kindern einsetzen zu können. Die Verwendung von Bildmaterial soll einen Einsatz bereits in den ersten Schuljahren ermöglichen. Zentrale Zielsetzung des Forschungs­vorhabens ist die Erweiterung der diagnostischen Möglichkeiten durch zwei implizite Verfah­ren zur Verbesserung der Vorhersage von Gesundheitsverhalten im Grundschulalter. Diese setzen keine Intro­spektionsfähigkeit voraus und verhelfen deshalb vor allem bei jungen Kindern zu Erkenntnissen, die sonst nur schwer oder gar nicht zugänglich sind.

Kurzfassung des Forschungsvorhabens
Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen wird eine immer wichtigere Aufgabe. Eine Voraussetzung zur Veränderung des gesundheitsbezogenen Ver­haltens ist ein fundiertes Wissen über Einstellungen der Kinder und Jugendlichen zu gesund­heits­relevanten Bereichen, wie z. B. Ernährung, Bewegung oder Risikoverhalten. Dazu dient dieses Forschungs­vorhaben. Es werden computergestützte implizite Verfahren (Gesundheits-Strooptest und Gesundheits-IAT Impliziter Assoziations-Test) zur Erfassung gesundheitsbezogener Einstellungen (zunächst Bereich Ernährung) von Grundschulkindern entwickelt. Die experimentell ermittelten „impliziten“ Einstellungen der Kinder und Jugendlichen werden mit ihren selbstberichteten "expliziten" Einstellungen zum Gesundheitsverhalten verglichen sowie mit beobachtbarem Gesundheitsverhalten der Probanden in Beziehung gesetzt. Die Testgütekriterien der neu entwickelten impliziten Verfahren werden analysiert. Insbesondere wird die prognostische Validität der impliziten Verfahren (wie auch die prognostische Validität der zusätzlich erhobenen Fragebogen zu gesundheitsbezogenen Einstellungen) durch Verhaltensexperimente überprüft.  

Unterrichtsaktivität positive Affektivität und Selbstwirksamkeitserwartung im naturwissenschaftlichen Unterricht

Fragestellung und Zielsetzung
Untersucht werden soll, ob Unterrichtsphasen mit einem erhöhten Maß an Eigenaktivität der Schülerinnen und Schüler zu einem Anwachsen der Kompetenzerwartung führen. Hierzu wird in mehreren Klassen im naturwissenschaftlichen Unterricht im unmittelbaren Anschluss an eine abgegrenzte Unterrichtsphase mit erkennbarem methodischem Schwerpunkt eine Befragung aller Schülerinnen und Schüler hinsichtlich der Aktivität im Unterricht (rezeptiv, praktisch-konstruktiv, theoretisch-konstruktiv, bewertend), positiver und negativer Affekte und ihrer aktuellen Kompetenzerwartung durchgeführt.

Kurzfassung des Forschungsvorhabens
Schulleistungsstudien haben dem naturwissenschaftlichen Unterricht ein Defizit bescheinigt, dass u.a. auf mangelnde Initiierung individueller Lernprozesse zurückgeführt wird. Im besonderen Maße trifft das auf den Physikunterricht zu, in dem Schülerinnen und Schüler an Stelle des wünschenswerten Erfolges häufig Misserfolge erleiden, was sich wiederum auf die Motivation auswirkt. Durch Unterrichtsphasen mit erhöhter Eigenaktivität kann versucht werden, diesem Missstand zu begegnen – hierzu liegen zwar exemplarische Erfahrungsberichte, jedoch keine systematisch gewonnenen Forschungsergebnisse vor. Dem will das Projekt begegnen, indem es seine bereits entwickelten Erhebungsinstrumente verbessert und die an Realschulen und Gymnasien bereits durchgeführte Untersuchung auf Hauptschulen ausweitet.