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Early Career Research Award für Forschung zur Finanzbildung im Grundschulunterricht

Finanzielle Bildung sollte möglichst früh beginnen – aber wie gelingt sie im Mathematikunterricht der Grundschule? Mit dieser Fragestellung setzt sich Dinah-Marie Wiedenhöfer, Doktorandin von Professorin Silke Ladel im Fachbereich Mathematik der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, in ihrer aktuellen Forschungsarbeit auseinander. Für ihre innovative Studie wurde sie nun auf der MERGA-Konferenz (Mathematics Education Research Group of Australasia) mit dem Early Career Research Award ausgezeichnet, einem Preis, der jährlich herausragende Leistungen junger Forschender im Bereich der Mathematikdidaktik würdigt.

Foto: Prof. Jill Fielding von der University of New England in Australien (rechts) gratuliert Dinah-Marie Wiedenhöfer zu ihrem Award. Bildquelle: Photo by Ari Rex.

Wiedenhöfer erhielt die Auszeichnung für ihre Forschungsarbeit zum Thema „Promoting Financial Numeracy through Mathematics Education“, die sich mit der Förderung finanzieller Bildung im Mathematikunterricht der Grundschule befasst. Im Zentrum ihrer Arbeit steht der Begriff Financial Numeracy – die Fähigkeit, Mathematik gezielt und kritisch in finanziellen Entscheidungssituationen anzuwenden. „Ziel ist es, bei Kindern eine flexible, kritische und produktive Haltung zur Mathematik zu fördern – als Werkzeug für informierte Finanzentscheidungen im Alltag“, betont Wiedenhöfer. 

Angesichts einer zunehmend komplexen Finanzwelt – geprägt durch bargeldlose Zahlungen, Online-Handel und wachsende Eigenverantwortung – kommt der Förderung finanzieller Kompetenzen bereits im Kindesalter eine zentrale Bedeutung zu. Internationale Studien wie PISA zeigen einen engen Zusammenhang zwischen mathematischem Verständnis und finanzieller Kompetenz. Dennoch werde die Rolle der Mathematik in der Finanzbildung häufig auf reine Rechenfertigkeiten reduziert.

Im Rahmen Wiedenhöfers Design-Based-Research-Studie nahmen Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klasse des Ostalbkreises an einer erfahrungsbasierten Lernumgebung teil, in der sie selbstständig Geld verwalten mussten. Die Ergebnisse zeigen: Erfahrungsbasiertes Lernen motiviert und schafft lebensnahe Situationen – doch erst reflexive Aufgaben verankern nachhaltige finanzielle Bildung und sollten daher zentraler Bestandteil der Finanzbildung sein. So können Kinder langfristig befähigt werden, Mathematik bewusst und sinnvoll in finanziellen Kontexten einzusetzen.