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Wie Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft funktioniert

Dr. Petra Serden hat in ihrer Doktorarbeit an der PH Schwäbisch Gmünd die Wirksamkeit der „Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT“ untersucht und Bedingungsfaktoren und Gestaltungsansätze erfolgreicher Kooperationen durch Netzwerke in der Berufsorientierung ermittelt. Nach den Forschungsergebnissen sind solche Netzwerke keinesfalls Selbstläufer mit Erfolgsgarantie, sondern sehr abhängig von Ausgestaltung und Qualität der sozialen Beziehungen. Die Rolle vertrauensvoller Beziehungen in der Netzwerkarbeit zeigt, dass Vertrauen kein Nebenprodukt der Netzwerkarbeit, sondern Fundament für Erfolge durch Stabilisierung und Erzeugung von Sicherheit für die Beteiligten ist.

Rektor Kim-Patrick Sabla-Dimitrov überreicht die Promotionsurkunde

Serden entwickelte Erfolgsdeterminanten in den fünf Funktionsbereichen Vernetzungsfunktion, Beziehungsfunktion, Intermediäre Funktion, Beteiligungsfunktion, Prozessfunktion und Transferfunktion. Die große Herausforderung in der intermediären Funktion liegt beispielsweise in der Zusammenarbeit von Akteuren aus unterschiedlichen Funktionsbereichen wie Bildung und Wirtschaft. Die Unterschiedlichkeit muss akzeptiert und die Kommunikationsbarrieren müssen aktiv angegangen werden, um zu einem gemeinsamen Lernprozess zu kommen.

SCHULEWIRTSCHAFT kann als Netzwerk zur Veränderung der beruflichen Chancen für Schülerinnen und Schüler und einem gelingenden Transfer in die Schul- und Übergangspraxis beitragen, wenn die Abstimmungsprozesse zwischen Lehrkräften und Ausbildenden von dauerhafter sozialer Nähe, persönlichem Engagement und wechselseitigem Vertrauen geprägt sind. Außerdem muss die Arbeit im Netzwerk an „fruchtbare“ Schnittstellen mit den Schulen anknüpfen – maßgeblich sind Unterstützung und Begleitung durch Schlüsselakteure wie Fachlehrpersonen und Leitungspersonen. Zusätzlich sind regionale Randbedingungen entscheidend für sichtbare Anschlusschancen, denn die Einbettung in die lokale Bildungs-, Wirtschafts- und Sozialstruktur fördert die Ressourcenbündelung sowie Vernetzungsnachhaltigkeit.

Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen können auch für die Lernortkooperation (LOK) im Dualen System der beruflichen Ausbildung genutzt werden. Denn funktionierende Kooperation zwischen den Lernorten Schule und Betrieb ist ein zentrales Qualitätsmerkmal der lernortübergreifenden Idee. Dementsprechend können die Ergebnisse und Erkenntnisse der Forschungsarbeit zur Weiterentwicklung in Richtung einer konzeptionellen Beratungsfunktion für die LOK sowie systemübergreifende Netzwerke genutzt werden.

 

Veröffentlichung

Petra Serden (2026): Bedingungsfaktoren und Gestaltungsansätze erfolgreicher Kooperationen durch Netzwerke in der Berufsorientierung – eine qualitative Studie zum Kooperationsmodell „SCHULEWIRTSCHAFT". Logos Verlag, Berlin. 978-3-8325-6062-1 (Print und Ebook) zum Verlag