Dr. Dalya Markovich vom Beit Berl College in Israel und Prof. Dr. Ina Henning haben Mitte Juni im interdisziplinären Seminar „Cultural Heritage and Art in Times of War” mit Studierenden der PH Schwäbisch Gmünd Ausdrucksformen von Erinnerungs- und Erbeprozessen in visuellen Kunstformen und auditiven medialen Ausprägungen im öffentlichen Raum sowie im Netz diskutiert. Der Gastaufenthalt von Dr. Markovich wird im Rahmen des Drittmittelprojektes „Jüdisches Kulturerbe“ von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG gefördert.
Dr. Dalya Markovich hat in diesem Programm ein Mercator-Fellowship inne; in dieser Funktion besucht sie verschiedene Hochschulen und informiert über theoretische Perspektiven sowie praktische Anknüpfungspunkte von jüdischem Kulturerbe in der Lehre. So lernten die Studierenden beispielweise Erinnerungs- und Erbeprozesse anhand von individueller künstlerischer Auseinandersetzung kennen, die nicht von Institutionen oder staatlichen Stellen autorisiert werden, sondern aus den betroffenen Gemeinschaften selbst heraus entstehen. Markovich prägte den Begriff des „Heritage from Below“; am Beispiel der Erinnerung an den 7. Oktober 2023 macht Markovich deutlich, dass gerade in Momenten des Traumas und der Gegenwärtigkeit die Frage, wessen Kulturerbe sichtbar gemacht wird, unmittelbar politisch und pädagogisch relevant wird.
Ihre gemeinsam mit Christiane Dätsch herausgegebene Buchpublikation „Kulturerbe teilen!?“– im transcript Verlag auch in englischer Sprache unter dem Titel „shared heritage !?“ erschienen– macht schon vor dem Überfall der Hamas auf Israel beispielhaft deutlich, in welche komplexen Vorgänge pädagogische Arbeit eingebettet ist und dass nie losgelöst von politischen Fragen existieren kann.
In Anknüpfung an die im April bereits stattgefundene internationale Tagung zu jüdischer Bildung und Antisemitismusprävention an der PH Schwäbisch Gmünd bot das Seminar auch einen Teil zum Umgang mit antisemitischen Äußerungen im Rap und HipHop an. Studierende konnten ihr Wissen vertiefen sowie Fragen zu Grenzen von Kunstfreiheit und gesellschaftlicher Reichweite stellen.
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