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Seniorenhochschule: Die „romantische Physik" um 1800 – Was wir aus ihr lernen können

08.07.2025 14:00 - 16:00

Referent: Prof. Dr. Lutz Kasper

Romantik und Physik – wie geht das zusammen? Allein die begriffliche Verbindung muss uns heute aus naturwissenschaftlich-rationaler Perspektive seltsam vorkommen. Und doch hat es die romantische Naturforschung gegeben. Als eine Reaktion auf das am Ende des 18. Jahrhunderts herrschende mechanistische Weltbild rangen einige Naturforscher um ein ganzheitliches Weltverständnis und versuchten die Identität von Natur und Geist zu zeigen. Insbesondere die Entdeckungen zur Elektrizität und zum Magnetismus vor über 200 Jahren führten in Philosophie und Naturforschung gleichermaßen zu Fragen nach einer allen Dingen und Lebewesen innewohnenden Kraft und ihrem Ursprung. Der uns heute als romantischer Poet bekannte Novalis suchte gar nach einer Vereinigung von Poesie, Physik und Religion. Die Naturforscher Hans Christian Oersted und Johann Wilhelm Ritter haben Spuren auch in der „seriösen“ Physik hinterlassen.

In der Vorlesung werden exemplarisch ihre experimental-physikalischen Ideen aus dieser Epoche vorgestellt.

Die „romantische Physik“ blieb letztlich eine Randerscheinung der Wissenschaftsgeschichte. Ihre Ideen sind mit moderner Erkenntnistheorie und Methodik nur schwer in Übereinstimmung zu bringen. Gleichwohl kann sie uns noch heute wertvolle Anregungen geben zu einer Reflexion über das, „was die Natur den Menschen sein kann“ (Novalis).

Veranstaltungsort:
Hörsaal 1