Ein neuer Raum für Ideen und Praxis wurde am Donnerstag, 3. Juli, im Erdgeschoss des M-Gebäudes der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd feierlich eröffnet. Die neue hochschulische Lernwerkstatt Grundschul.BASE versteht sich als kreativer Treffpunkt und zentrale Anlaufstelle für alle, die sich mit der Grundschulbildung beschäftigen – ob Studierende, Lehrende der entsprechenden Studiengänge oder Akteurinnen und Akteure aus Lehre, Forschung und Schulpraxis in der Region.
Ziele der Grundschul.BASE sind die wissenschaftsgeleitete Kommunikation und die Kooperation mit den Schulen und Einrichtungen der Lehrkräftebildung. Erschienen waren deshalb zahlreiche Gäste – vom Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung über diverse Seminare und Grundschulen der Region bis hin zum Grundschulverband.
Das Raumkonzept der Grundschul.BASE greift unterschiedliche professionelle Ansprüche und Bedürfnisse auf. Die Lernwerkstatt enthält ästhetisch vielfältige Bilderbücher und Materialien für die Schulpraxis, Montessori-Materialien oder ein Bilderbuchtheater ebenso wie Arbeitsecken und Sitzmöbel für die vier Formate BLICK.Schule (Lehrkräfte stellen eine Konzeption oder ein Element schulischer Arbeit vor), TREFF.Schule (erfahrene Studierende beraten Studierende im Praxissemester), unterschiedlichste Workshops (von der handlungsorientierten Grammatikwerkstatt bis zur Arbeit mit einem Schulhund) und Sessel.GESPRÄCHE. Die Themen reichen dabei von der Demokratiebildung zum Umgang mit künstlicher Intelligenz in der Grundschule (CreatorSpace). Der Theorie-Praxis-Transfer zwischen Schule und Hochschule wird durch grundschulpädagogische und literaturdidaktische Begleitforschung flankiert.
Melike Tekiroglu und Elaine Lampart stimmten mit dem Kanon von Johann Pachelbel musikalisch auf die Veranstaltung ein. Nach Grußworten der Initiatorin Prof. Dr. Damaris Knapp und des Rektors Prof. Dr. Sabla-Dimitrov berichtete Prof. Dr. Sandra Tänzer aus Erfurt in ihrem Eröffnungsvortrag über die langjährigen Erfahrungen mit der dortigen Hochschullernwerkstatt. Das spielerische Bild ihres Oberthemas „Die Lernwerkstatt als Wippe?“ hatte bereits die Vorredner zu allerlei heiteren Spekulationen angeregt. Gemeint war die Lernwerkstatt als Drehgelenk zwischen Theorie und Praxis: Die Studierenden entscheiden selbst, in welche Richtung sie die Wippe kippen lassen wollen, unterstützt durch fachlichen Input und anregende Materialien. Tänzers Leitidee war die Verbindung von Freiheit, kreativer Erprobung und Sinnstiftung – ein Anspruch, der in der Werkstatt bewusst mit den Rahmenbedingungen der Hochschule wie Hierarchien, Zeitstrukturen und Leistungsbewertungen in Beziehung gesetzt wird.
Geplant ist ein weiterer Ausbau: Die Zusammenarbeit mit den Fächern, dem “Runden Tisch Grundschule“, der Ausbau der regionalen Vernetzung und damit verbunden immer die Stärkung der Sichtbarkeit der Grundschullehramtsausbildung an der Pädagogischen Hochschule. Zum Kernteam gehören neben der Initiatorin Professorin Dr. Damaris Knapp noch Dr. Mirelle Schied für den Montessori-Bereich, Professorin Dr. Claudia Vorst und Dr. Eva-Maria Dichtl für das Bilderbuchzentrum sowie Dr. Nina Grausam aus dem Schulpraxisamt.