Die Abfallwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten im Ostalbkreis grundlegend geändert. Das haben Studierende des Lehramtsfachs „Alltagskultur und Gesundheit“ der PH Schwäbisch Gmünd bei einer Exkursion des Kurses „Nachhaltiger Konsum“ zur Deponie Ellert in Mögglingen anschaulich erfahren.
Zu Beginn der Exkursion liefen die Studierenden über einen bewachsenen Hügel, der sich schnell als gewaltiger Müllberg entpuppte. Seit 1980 wird auf dem Gelände bei Mögglingen Abfall gesammelt, verarbeitet und an externe Firmen zur weiteren Verarbeitung weitergegeben. Früher entstanden dort Müllberge, die durch mehrere Schichten aus Erde, wasserundurchlässigen Folien und Sand vom Boden abgetrennt wurden, um eine sichere Ablagerung zu gewährleisten. Seit 2005 wird kein Müll mehr in solchen Müllbergen gesammelt. Dennoch erfordert der alte Deponiekörper bis heute Aufmerksamkeit: Sickerwasser muss ständig abgeleitet und gereinigt werden, entstehende Gase werden abgesaugt und teilweise energetisch genutzt. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Folgen der früheren Deponierung langfristig zu kontrollieren und die Umwelt zu schützen.
Beim Rundgang über das Gelände wurde deutlich, wie sich die Abfallwirtschaft seitdem verändert hat. Metalle, Steine und Kunststoffe werden heute sorgfältig getrennt und weiterverwertet, Restmüll geschreddert oder zur Energiegewinnung verbrannt. Besonders spannend war der Einblick in den Papierkreislauf: Karton und Altpapier werden getrennt gesammelt und weiterverarbeitet. Aus Karton entsteht in der Papierfabrik neues Recyclingpapier, während bedrucktes Papier nur noch zu Papierhandtüchern verarbeitet werden kann, das letzte Produkt, das sich aus dieser Materialgruppe herstellen lässt.
Trotz dieser beeindruckenden Kreisläufe und modernen Verwertungssysteme wurde bei der Exkursion deutlich, dass die beste Lösung immer noch die einfachste ist: Der beste Müll ist der, den es gar nicht gibt.
Text und Fotos: Jannik Seidenberger