Kevin Kärcher hat für sein zukunftsweisendes Lehrkonzept, das er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd entwickelt und umgesetzt hat, den Landeslehrpreis erhalten. Das Lehrkonzept zum „Computational Thinking und Modellieren im naturwissenschaftlichen Unterricht“ verbindet algorithmisches Denken und wissenschaftliche Modellbildung mit schulpraktischer Unterrichtsentwicklung. Es wurde früh von der Joachim Herz Stiftung gefördert, in der Fachdidaktik publiziert und steht beispielhaft für eine moderne, praxisnahe MINT-Lehrkräftebildung. Kärcher hat für sein herausragendes Engagement und seine wegweisende Lehre bereits den HELD_IN-Preis 2024 der PH Schwäbisch Gmünd erhalten.
Kärcher überträgt in seinem Ansatz naturwissenschaftliche Fragestellungen in interdisziplinäre Kontexte und schafft so Verbindungen etwa zu sozial- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen. Zentral ist der Aspekt der Selbstwirksamkeit: Lernende erfahren nicht nur, wie sie typische Tools nutzen können, sondern auch, wie sie eigenständig Projekte entwickeln, reflektieren und realisieren. Neben den fachspezifischen Kompetenzen fördert die Vorgehensweise essenzielle Fähigkeiten wie Kommunikation, Kollaboration, Informationsverarbeitung und Problemlösen.
Wissenschaftsministerin Petra Olschowski überreichte die Lehrpreise am 4. Dezember im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart. Mit dem Landeslehrpreis würdigt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg die Arbeit und das Engagement herausragender Persönlichkeiten und Projekte an den Hochschulen des Landes. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten jeweils 50.000 Euro, die zweckgebunden der Lehre zugutekommen sollen. Kärcher, der inzwischen an der PH Ludwigsburg lehrt, wird sein innovatives Lehrkonzept weiterentwickeln und das Preisgeld u.a. in gemeinsame Kooperationsprojekte zwischen der PH Ludwigsburg und der PH Schwäbisch Gmünd wie das Projekt „MakeMINT anywhere“ investieren.