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Postmigrantische Poetiken

Poetikdozentur der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd

Mit der Einrichtung der Poetikdozentur „Postmigrantische Poetiken“ etabliert das Zentrum für Migrations- und Integrationsstudien (MiGS) der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd ein neues Format, das die Perspektive von Autor*innen ins Zentrum rückt. Was kann Literatur in unserer Gesellschaft leisten und was macht sie aus? Nach einem Schwerpunkt auf der Kraft des Erzählens für Kinder im Wintersemester 2025/26 liegt der diesjährige Fokus auf Erzählstrategien und Visionen für postmigrantische Literatur.

Das MiGS schätzt sich glücklich, für das Wintersemester 2026/27 die Autorin Chantal-Fleur Sandjon begrüßen zu dürfen. Für ihren Versroman „Die Sonne so strahlend und Schwarz“ erhielt sie den Deutschen Jugendliteraturpreis 2023. Unter dem Titel „Vielheiten beheimaten“ wird sie zwischen November 2026 und Januar 2027 drei Vorlesungen halten und Workshops mit Schüler*innen und Studierenden durchführen.

Unter dem Motto „Komm, leg die Welt aus mit dir“. Text-Räume für alle Kinder in Zeiten zunehmender Verunsicherung hielt Andrea Karimé, Kinderbuchautorin und Geschichtenerzählerin, die erste Poetikdozentur in Schwäbisch Gmünd. Im Mittelpunkt ihres Schaffens stehen die Kraft des Erzählens, das Spielerische und das Ermächtigende an Geschichten. Der Spaß am Lesen und die Würdigung der Mehrsprachigkeit von Kindern ist ihr dabei am wichtigsten – das zeigte sie in drei Vorlesungen, einem Studierenden-Workshop, einem Workshop an der Grundschule Mutlangen und einer Lesung in der Stadtbibliothek Schwäbisch Gmünd. 

In ihren Vorlesungen plädierte Andrea Karimé dafür, dass alle Kinder ihre Welt in die Literatur legen dürfen. Dabei müssen sie mitnichten alles verstehen. Zentral ist für Karimé, dass auch Kinder, die von Ungerechtigkeit betroffen sind oder Migrationserfahrung mitbringen, Teile ihrer selbst in den Büchern wiedererkennen, die sie lesen. Darüber hinaus eröffnete sie Einblicke in ihre praktische Arbeit mit Kindern und gab den Studierenden Anregungen für das kreative Schreiben im Deutschunterricht.  Die Workshops und die Lesung fanden bei den Kindern und Studierenden viel Anklang. „Erst durch eure Gedanken wird mein Buch vollständig“, gab sie den Kindern mit auf den Weg. Die Grundschulklasse begeisterte sich für Zines, kleine Heftchen mit selbst geschriebenen Geschichten. Die Studierenden wiederum schrieben kreative Texte ausgehend von Wortsammlungen.

Programm Poetikdozentur WiSe 2026/27 (PDF, 644 KB)

Vielheiten beheimaten

Donnerstag, 19.11.2026, 12:15 Uhr
Erste Poetikvorlesung mit anschließendem Empfang „Erkläre den Rand zum Mittelpunkt: Postmigrantische Lebens-, Überlebens- und Erzählstrategien“; Hörsaal 5

16:15 Uhr
Schreibworkshop für Studierende „Sich erinnern heißt, Geschichten erfinden“ - Vom autobiografischen zum fiktiven
Schreiben; Hörsaal 5


Donnerstag, 10.12.2026, 12:15 Uhr
Zweite Poetikvorlesung „Die Alchemie des Schmerzes: Marginalisierte Körper und Gewaltdarstellungen in der Kinder- und Jugendliteratur“; Hörsaal 5


Donnerstag, 14.01.2027, 12:15 Uhr
Dritte Poetikvorlesung mit anschließendem Meet & Greet „Kein Warten mehr auf bessere Zeiten: Visionen für postmigrantische Literatur in Deutschland“; Hörsaal 5

Schreibworkshop für Schüler*innen: Vom Geschichten (er)finden